Bielefeld. Der härteste Kerl ist ein Dortmunder, die vielleicht beste Gruppe kommt aber aus Bielefeld. Beim "Tough Guy Race" (Harter-Kerl-Rennen) im englischen Perton siegte in Knut Höhler ein Westfale, doch die Ostwestfalen mit den Berufsfeuerwehrleuten Thorsten Weber, Artur Braun, Jörg Welland, Simon Kockentied an der Spitze überzeugten durch mannschaftliche Geschlossenheit.
"Das Tough-Guy-Rennen ist die Mutter aller Schlammläufe", sagt der 31-jährige Weber, der den Wettbewerb mit mehr als 5.000 Teilnehmer – vor allem aus Großbritannien – auch gerne als Idiotenlauf bezeichnet. Aber um einen Wettbewerb ging es den Bielefeldern gar nicht.
"Die Wertung war uns egal. Wir wollten als Einheit auftreten, geschlossen laufen, Spaß haben, uns gegenseitig helfen und zusammen ins Ziel kommen", erklärt Feuerwehrmann Weber. Das gelang perfekt, ernsthaft verletzt wurde auch niemand. "Man hat Krämpfe und zwei Tage lang schwere Beine – ansonsten ist aber alles okay."
21 Hindernisse
Die Strecke ist knapp 13 Kilometer lang. Der Parcours auf einem 150 Hektar großen Gelände nahe Wolverhampton hat 21 Hindernisse. Es gilt unter anderem dunkle Betonröhren, bei denen man das Ende nicht sieht, brennende Heuballen, brusttiefe Schlammgruben mit Stacheldraht über dem Kopf und mit Eiswasser gefüllte Tümpel zu überwinden. Auch unter Strom stehende Zäune und zehn Meter hohe Hindernisse aus Holz machen den Teilnehmern das Leben schwer. Und das ganze bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dazu gesellte sich Wind, der in Kombination mit dem kalten Wasser besonders wehtat. "Das hat am meisten gezehrt, man musste schon ans Limit gehen", sagt Weber.
Das Ziel erreichte die OWL-Gruppe, zu der auch noch Betreuer Michael Jürgens, Johann Hausauer, Thomas Breiter, Eike Kleine, Sacha Brüntrup und Christian Eisenmeier gehörten, nach knapp drei Stunden. "Es ist schon erstaunlich, wie sich das Team entwickelt hat", freut sich Thorsten Weber. "Alle hatten einen anderen Fitnessstand, trotzdem hat es geklappt und jeder kann stolz auf sich sein." Eine Belohnung gab es auch: pro Teilnehmer eine Medaille. Weber: "Es ist zwar die hässlichste, aber die, für die man am meisten tun musste."