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08.02.2012
BIELEFELD
"Bei der Tafel wurden Waren verkauft"
Zahlreiche Leser bestätigen die Kritik an der Leiterin
VON ANSGAR MÖNTER

Weiter in der Kritik | FOTO: ANDREAS ZOBE

Bielefeld. Zahlreiche Menschen meldeten sich auf den Artikel "Tafel-Frust ohne Ende" von gestern bei der Lokalredaktion, telefonisch und auf der Internetseite. Fast einhellig wurde die Kritik an der Leiterin der Bielefelder Tafel bestätigt. Ein Anrufer, der wie die meisten anonym bleiben möchte, schilderte detailgenau, wie gespendete Waren bei der Tafel verkauft wurden: "Sie hatten feste Preise, wer nicht genug Geld dabei hatte, bekam sie nicht. Von wegen Ausgabe gegen Spende." Auch seien es nicht "Genussmittel" gewesen, wie Rosetraut Kirse, die erste Vorsitzende behauptet hatte, sondern ebenso normale Waren wie Joghurt, Wurst und andere Lebensmittel.

Auch die Behauptung, man möge doch zu einem der anderen Anbieter gehen, wenn man sich bei der Tafel nicht wohl fühle, empfinden viele als Hohn. Schließlich müssten Dokumente gezeigt werden, die bezeugen, dass man bedürftig sei und im Stadtbezirk wohne. "Sonst gibt es nichts."

Von verdorbenen Waren in der Tüte berichteten ebenfalls Anrufer. "Ich musste manchmal alles entsorgen", so eine Frau. Eine andere erzählte, sie habe Fisch bekommen, der zwei Monate abgelaufen war.

Auch Kritik an den Kritikern

Empört sind die Kunden der Tafel, die sich meldeten, über den Umgangston von Tafel-Leiterin Kirse. Wie ein "absolutistischer Herrscher" führe sie sich auf", schimpfte ein Anrufer. Andere hoben hervor, nie wieder zur Tafel zu gehen, weil sie sich gedemütigt und erniedrigt fühlten durch die Leiterin.

Auf der NW-Internetseite wird aber auch geschimpft über die Kritiker. Sie sollten lieber "dankbar" sein statt "Ansprüche zu stellen".

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
Nach dem neusten Bericht der NW sind wesentliche Regeln einer ordentlichen Vereinsführung mißachtet worden. Auch funktioniert die Kooperation mit dem Landesverband nicht. Das dürfte dann das Aus für diese "Tafel" sein. Falls das Ganze strafrechtliche Dimensionen haben könnte, sollte meines Erachtens alles Entsprechende veranlasst werden. Das ist sinnvoller, als hier Gerüchte zu verbreiten. Wenn der Zweck der Aktivitäten ein ganz anderer war, als Bedürftige mit Lebensmitteln zu versorgen, wäre das eine Ungeheuerlichkeit, die mit rechtsstaatlichen Mitteln zu ahnden ist.

Eine Person, die ihren Namen zwar nennt, der aber in diesem Blatt zum Tabu erklärt wurde, schrieb am 08.02.2012 17:02 Uhr: "Man kann Probleme einer Tafel ohne weiteres auch entpersonalisiert diskutieren."

Kann man nicht, da das Problem kein Problem der Bielefelder Tafel allgemein ist, sonder an die Person, deren Namen zwar veröffentlicht, aber hier nicht mehr genannt weden darf gebunden ist. Weil die Erwähnung deren Namens mittlerweile in diesem Blatt als genauso politisch unkorrekt betrachtet wird wie die Erwähnung des Namens der kommentierenden Person vom 08.02.2012 um 17:02 Uhr sind die aktuellen Kommentare eigentlich nicht weiter als eine unbedeutende aneinanderreihung von Buchstaben.

So ist es.

Aber Zensur ist das natürlich nicht.

Man demonstriert nicht gegen ehrenamtlich helfende Personen. Schon gar nicht, wenn Verhandlungen und Mediationen laufen. Das ist übelste Stimmungsmache, die ein negatives Bild auf die ganze Gruppe der Betroffenen wirft.

Wenn man die Qualität der Ware bei der Tafel nicht ausreichend einschätzt, die Mitarbeiter für überlastet hält, dann kann man sich zusammenschließen und z.B. große Firmen in Bielefeld um Hilfe bitten. Fotografiert gammelige Ware in neutraler Form, setzt ein vernünftiges konstruktives Schreiben mit der Kontonummer der Tafel auf und sammelt Spendenzusagen bei der regionalen Unternehmerschaft und den Banken. TIPP: Den größten Erfolg haben meistens Frauen, vor allem Mütter, die die Unternehmen persönlich besuchen, um das Anliegen vorzutragen. Wenn genug Spenden zusammenkommen, kann außerdem der eine oder andere nebenberuflich, vielleicht mit einem 400 EUR-Job, angestellt werden. Außerdem kann Frischware zugekauft werden. Für eine solche konstruktive Sache kann man außerdem friedlich demonstrieren. Das käme dann gut an. Es würde allen helfen.

wer hat lust gegen die kirse eine demo zu starten ? ich brauche dafür mehrer leute,damit es sich auch lohnt. meldet euch bitte unter a.typus (at) web.de

@ (...):

Und das liegt dieses mal nicht an den bösen Männern ?

Ich staune !!!



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