Bielefeld. Blitzer-Marathon in Bielefeld: Rund um die Uhr war die Polizei von Freitag- bis Samstagmorgen im Einsatz, um Jagd auf Temposünder zu machen. An 31 Stellen wurde gemessen, 65 Beamte waren im Einsatz. Erste Bilanz nach der Frühschicht: 50 Fahrer kamen mit einem Verwarnungsgeld davon, für 13 gab’s eine Anzeige. Die Kälte spielte den Ordnungshütern allerdings einen Streich: Das erste Messgerät fiel schon um 7.50 Uhr aus, das zweite kurz danach.
Landesweit hatte Innenminister Ralf Jäger (SPD) zu der Aktion "Brems dich – rette Leben" aufgerufen. 290 Beamte waren in OWL unterwegs, von Bielefeld aus wurde die Aktion koordiniert. Einsatzleiter Adalbert Groß: "Die Unfallstatistik ist hoch, wir müssen reagieren."
Im Vorfeld der Aktion hatte es noch Kritik gehagelt: Bei Minusgraden würden die Geräte nicht funktionieren, der große Aufwand wäre umsonst. "Tatsächlich schalten sich die Geräte bei Temperaturen im zweistelligen Minus-Bereich ab", sagt Harald Pult vom Verkehrsdienst der Polizei. An den Kontrollpunkten Am Meierteich und Quellenhofweg konnten die Beamten deshalb auch schon kurz nach Dienstbeginn wieder einpacken: Bei eisiger Kälte spielten die Geräte nicht mehr mit. Dass es vorher zu Fehlmessungen gekommen sei, schließt Pult aus. Er spricht von "nur einigen wenigen" Verwarnungen, die vorher im Bereich Quellenhofweg ausgesprochen worden sein.
Mit zwölf Laser-Pistolen und zwei Radarmessgeräten waren die Beamten im Einsatz. Der Top-Temposünder war mit 66 Kilometern in der Stunde (km/h) in einer 30er Zone unterwegs, mit Tempo 105 in der 70er Zone zogen die Polizisten einen weiteren Raser aus dem Verkehr. Schneller ging es nur noch auf der Autobahn: Ein Fahrzeug war in der 100er Zone mit 162 km/h unterwegs, ein anderes mit 176 in der 120er Zone.
Unterstützt wurde die Polizei vom Ordnungsamt. Mit zwei mobilen Geräten blitzten die Beamten in der Stadt. Sie durften allerdings nicht im gesamten Stadtgebiet kontrollieren. Ordnungsamtsleiter Roland Staude: "Wir dürfen nur an ausgewiesenen Unfallschwerpunkten messen, etwa in der Nähe von Kindergärten." Staude hofft, dass die Autofahrer dank der Offensive sensibilisiert worden sind. "Die Unfallzahlen steigen, oft ist überhöhte Geschwindigkeit die Ursache."
Trotz des Groß-Einsatzes der Polizei gestern – nicht alle Einnahmen landen in der Landeskasse. Wolfgang Pader von der Polizei: "Nur Verwarngeld bis 35 Euro fließt komplett in die Landeskasse." Alles was im Bußgeldbereich ab 40 Euro liegt, geht an die Stadt. Ralf Collatz vom ADAC ist von der Blitz-Aktion überzeugt. Er sagt: "Das Problem der überhöhten Geschwindigkeit kommt so wieder ins Bewusstsein."