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22.01.2010
BIELEFELD
Unerwünschte Bilderflut
Bielefeld wehrt sich gegen Datenverbreitung durch "Google Street View" im Internet
VON JOACHIM UTHMANN

Aus Sicht der Autofahrer

Bielefeld. Jedes Detail ist zu erkennen. Die Frau, die aus der Bäckerei kommt und über den Zebrastreifen gehen will, und das Auto, das davor wartet, mit Kennzeichen sind gut zu identifizieren. Die Bilder werden per Internet frei Haus geliefert – angeboten vom US-Dienst "Google Street View". Zum Verdruss vieler Datenschützer. Auch Bielefeld will sich jetzt gegen die Datenflut wehren.

Die Stadt soll Google mitteilen, dass die Veröffentlichung der Bielefelder Daten "nicht erwünscht" ist, fordern SPD, Grüne und FDP. In einem gemeinsamen Antrag für den Rat am 28. Januar setzen sie sich für Maßnahmen ein, mit denen die Bürger vor der Freigabe unerwünschter Bilder geschützt werden und ihre Persönlichkeitsrechte wahren können.

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Bielefeld wehrt sich gegen Datenverarbeitung durch "Google Street View" im Internet. Was meinen Sie dazu?





Auf der Homepage der Stadt sollen die Bielefelder über Rechte und Pflichten von "Google Street View" informiert werden, heißt es in dem Antrag, den Georg Fortmeier (SPD), Klaus Rees (Grüne) und Björn Kerbein (FDP) unterzeichnet haben. Daneben soll den Bürgern ein Widerspruchsformular zur Verfügung gestellt werden, mit dem sie sich gegen die Veröffentlichung selbst betreffender Daten wehren können. Außerdem soll die Stadt Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Fotos kommunaler Gebäude sowie von Fahrzeugen der Stadt Bielefeld einlegen. "Uns ist klar, dass wir die Bilder nicht verhindern können", räumt Rees ein: "Aber wir wollen den Bürgern helfen, vernünftig ihre Rechte zu wahren." Mit dem neuen Angebot "Street View" rückt Google anders als bei den bisherigen Kartendiensten den Bürgern noch näher auf die Pelle. Die Bilder wurden und werden nicht per Satellit, sondern per Kamera aus Autos aufgenommen. Damit kann man die Straßenansicht mit den sich bewegenden Akteuren aus der Autofahrer-Perspektive verfolgen.

Google hat in den letzten Jahren Autos mit 360-Grad-Rundumsicht-Kameras in die Städte geschickt, um flächendeckend die Straßen zu fotografieren, auch in Bielefeld.

Eigentlich sollten die Bilder über "Google Street View" längst empfangbar sein. Doch der Widerstand von Datenschützern und Politikern hat das Projekt gebremst. Anders als in Ländern wie USA, England, Frankreich, Niederlande oder Spanien sind die deutschen Straßenansichten noch nicht im Netz. "Nirgendwo bisher", wie eine Google-Sprecherin erklärte. Als Begründung sagte sie, dass noch nicht alle Aufnahmen gemacht seien und die Auflagen der Datenschützer bisher nicht vollständig erfüllt werden könnten: "Deshalb gibt es bisher auch noch keinen Starttermin für Deutschland."

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Rees befürchtet, dass "die Seuche dieser Riesen-Datensammlung auch bei uns bald ausbricht. Und wir stehen ohnmächtig davor, was man tun kann. Untersagen können wir es nicht. Aber wir wollen Google sagen, dass es ein unfreundlicher Akt ist."

"Besonders perfide" sei es, dass sich die Bürger erst wehren können, wenn ihre Bilder bereits im Netz zu sehen sind, so Rees. Dann können sie zwar die Schwärzung ihrer Gesichter oder Autokennzeichen erwirken, müssen dies aber erst per Internet beantragen. Viele werden es gar nicht merken, dass sie gezeigt werden, weil sie die "Street-View"-Bilder nicht kontrollieren. Datenschützer sehen nicht nur die Persönlichkeitsrechte verletzt, sondern haben auch Sicherheitsbedenken. Einbrecher könnten das Alltagsverhalten von Opfern ausspähen, um einen günstigen Augenblick für ihre Tat zu finden.

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
Es stellt sich die Frage, ob Herr Uthmann während seiner Recherche Google Street View ausprobiert hat. Und ob ihm - sofern er einen Blick in die Hölle gewagt hat - aufgefallen ist, dass Street View sehr wohl Kennzeichen und Gesichter unkenntlich macht. Außerdem ist es sehr vage zu behaupten, dass Street View es Einbrechern ermöglicht den Tagesablauf einer bestimmten Person nachzuvollziehen. Street View besteht aus Standbildern, die kaum Aufschluss über Wochentag oder genaue Uhrzeit geben. Ich weiß weder wie der Autor zu o.g. These gelangt, noch kann ich sie - auch nicht ansatzweise - nachvollziehen. In der Politik wird Street View als Paradebeispiel für "Antidatenschutz" angeführt, aber gleichzeitig über Dinge wie das Zugangserschwerungsgesetz (mit Rückverfolgung von Zugriffen auf gesperrte Seiten) ernsthaft nachgedacht. Letzteres grenzt schon sehr an Zensur und Methoden aus dem Land der großen Firewall. Sollte man sich nicht mehr über Dinge dieser Art Gedanken machen, als über Google Street View-Bilder (die bestimmt wesentlich weniger nutzbare Daten enthalten als die Seiten der abgebildeten unkenntlich-gemachten Personen in diversen sozialen Netzwerken - Daten die freiwillig ins Netz gestellt werden!).

Dass Gesichter und Kennzeichen bei Street View voll zu sehen seien, steht immer noch unter dem Bild! Das ist schlicht falsch. Software durchsucht die Bilder automatisch danach und macht sie unkenntlich. Und wie Bielefelder Bilder aus Street View aussehen, kann die NW zudem gar nicht wissen.

HAHA!! Eine seriöse Zeitung würde klar kenntlich machen, dass das Bild nachträglich geändert wurde. Es war nicht verpixelt. Gebt es doch einfach zu anstatt so scheinheilig hinzuschreiben "Anmerkung der Redaktion: Die Fotos auf nw-news.de sind verpixelt." Nochmals Haha :D

Anmerkung der Redaktion: Uns ist ein Fehler unterlaufen und die Fotos wurden erst nachträglich unkenntlich gemacht.

http://www.bildblog.de/15463/selbstausloeser/ Google verpixelt Kennzeichen und Gesichter automatisch, im Gegensatz zu nw-news.de. Wie kommen Die auf die Idee die (also alle) Gesichter und Kennzeichen seien unverpixelt??????

Anmerkung der Redaktion: Die Fotos auf nw-news.de sind verpixelt.

Ich kann die ganze Diskussion über StreetView nicht verstehen. In anderen europäischen Ländern ist das doch auch kein Thema. Nur Deutschland macht sich mal wieder Sorgen um den Datenschutz.



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