Zweiteiliger Abend der Gastchoreografen Rainer Behr/Fabien Prioville im Theaterlabor
Bielefeld. Der Tänzer Dirk Kazmierczak als Solist auf kuscheligem Teppich, dann die komplette Compagnie des Bielefelder Tanztheaters auf einer mit hellen Lavasteinen bestückten Bühne (eine themengerechte, innovative Ausstattung von Imme Kachel) - die Tanzbegeisterten unter den Bielefelder Theaterfans wurden am Freitag im Theaterlabor Zeugen eines facettenreichen zweiteiligen Tanzabends. Es ist gute Tradition im Tanztheater Bielefeld, in jeder Spielzeit einen Tanzabend von Gastchoreografen gestalten zu lassen - für die Compagnie eine anregend neue, fremde Handschrift. Das Publikum profitiert von einem frischen Blick aufs bekannte Ensemble.
Zwei begehrte und vielbeschäftigte Akteure konnten in diesem Jahr mit Rainer Behr und Fabien Prioville gewonnen worden. Beide sind eng mit Pina Bauschs Tanztheater Wuppertal verbunden.
Fabien Prioville war bis 2006 Ensemblemitglied, arbeitet inzwischen als freiberuflicher Tänzer und international gefragter Choreograf unter anderem an der Julliard School in New York, in Japan und Australien. Rainer Behr kreiert seit über 20 Jahren eigene Tanzstücke. Er kam 1995 zum Tanztheater Wuppertal und ist dort bis heute aktiv und mit dem Ensemble rund um den Globus unterwegs. Beide wirkten in Wim Wenders filmischer Hommage "Pina" an die 2009 plötzlich verstorbene Pina Bausch mit, der mit vielen Filmpreisen reich dekoriert wurde.
Die Reife des gelebten Lebens
Nur etwa sechs Wochen Zeit hatten die Choreografen für ihre Arbeit mit den Bielefelder Tänzerinnen und Tänzer. Beide entwickeln ihre Stücke in enger Abstimmung mit dem Ensemble.
Prioville beschäftigt sich mit der Allgegenwart des Todes inmitten der Fülle des Lebens. Kazmierczak ist perfekt für diese Rolle. Als einer der älteren Ensemblemitglieder strahlt er in dem Solostück "From Here To There" mit seiner ganzen Physis die Reife gelebten Lebens aus. Um existenzielle Bedingungen des Menschseins geht es auch Rainer Behr in seiner Arbeit "Herbstzeitlose", der aber insgesamt freiere Interpretationen zulässt, so wie er anfangs nur diffuse Vorstellungen davon hatte, wie sich die Arbeit entwickelt: "Ich bin keineswegs derjenige, der die Fahne trägt, der den Prozess steuert. Ich warte in Demut darauf, was sich ergibt", hatte er im Vorfeld der Premiere gesagt.
- Weitere Termine: 27., 28., 29., Januar, 2., 3., 4., 23., 24., 25. Februar, 1., 2., 3. März, jeweils im Theaterlabor im Tor 6, Hermann-Kleinewächter-Str., in Bielefeld.Karten: (0521) 51-54 54.
stehenden Code hier ein*: