Inszenierung von Benjamin Brittens Oper "Peter Grimes" im Bielefelder Stadttheater
Operninszenierungen als schmückendes Beiwerk des Alltags sind Helen Malkowsky ein Gräuel. Sie ist entschlossen, zum existentiellen Kern künstlerischer Aussagen vorzustoßen und scheut dabei das Risiko nicht. Umstrittene Arbeitsergebnisse sind dabei nicht nur programmiert, sondern hoch willkommen. Denn wenn es ans Eingemachte geht, fliegen mitunter die Fetzen.
Mit der Inszenierung von Benjamin Brittens Opernerstling "Peter Grimes" ist ihr eine Regiearbeit gelungen, die Maßstäbe setzt. Sie gestaltet die Oper knapp sieben Jahrzehnte nach ihrer Londoner Uraufführung zurmustergültigen Zeitansage. Sie verhilft dem Publikum zum präzisen Hören und Sehen, auf dass ihm angesichts der Abgründe menschlicher Einsamkeit Hören und Sehen vergeht.
In der Bielefelder Erstaufführung des "Peter Grimes" hat die Operndirektorin allen Mitwirkenden einen Raum geboten, in dem sie sich selbst übertreffen konnten –dem Generalmusikdirektor Alexander Kalajdzic und den Bielefelder Philharmonikern; dem Opernchor und dem Extrachor, einstudiert von Hagen Enke; demvorzüglichen Solistenensemble mit Peter Bronder als Titelheld und Sarah Kuffner als lyrischer Sopran. Stellvertretend für alle verleihen wir Helen Malkowsky unseren Stern der Woche. (jvt)
Eine Initiative der Neuen Westfälischen (NW), der Lippischen Landes-Zeitung (LZ) und des Haller Kreisblatts (HK).