Bielefeld. Das Gefährlichste am Meer ist die Nähe zum Land. Das besagt ein Seemannsspruch. In Bielefeld ist die Gefahr klein, denn das Meer ist weit weg. Trotzdem hat die Stadt ab dem 23. Februar eine Hafenkneipe. Zumindest eine, die den Namen Hafenkneipe verdient. Offizieller Name: Heimat + Hafen, gesprochen Heimathafen. Heimatort: Stapenhorststraße 78, Vorgängerlokal: Linie 4.
Inhaber Walent Cerkez möchte mit der Kneipe vielen Menschen eine Heimat geben. "Es soll eine gemütliche Kiez-Spelunke, fernab vom wirklichen Meer, werden", erklärt der 39-jährige Bielefelder mit Wohnsitz in Schloß Holte-Stukenbrock. Betriebsleiter im Heimathafen wird der 30-jährige Veranstaltungskaufmann Maurus Wirxel.
Traditionsgaststätte
- Der Heimathafen ist beileibe nicht die erste Kneipe an der Stapenhorststraße 78.
- Bis 2011 hieß das Lokal "Linie 4". Seit knapp einem Dreivierteljahr stand die Gaststätte leer.
- Davor war der "Tausendtrinker" in dem Haus beheimatet, davor die Gaststätte Mahr.
- Mit dem Heimathafen wird die Tradition der vielen Kneipen in der Stapenhorststraße fortgeführt. Wenn man das Stolander am Beginn der alten Stapenhorststraße mitzählt, sind mit Zwiebel, Bewekenhorn, Fidibus, Rempetiko und Heimathafen nun wieder sechs Kneipen geöffnet.
Die Kneipe war bisher vor allem Fußballfans des DSC Arminia ein Begriff. Cerkez möchte diese Klientel nicht ausschließen, will aber ein gemischteres Publikum ansprechen. "Ein ganz wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die Musik", sagt er – ganz nach dem Motto: "Studenten und Proletariat sollen sich bei guter Musik unterhalten." Im Bielefelder Westen gebe es so viele verschiedene Szenen, die sollen im Heimathafen verschmolzen werden.
Charme einer alten Gaststätte
Cerkez möchte Sehnsüchte bedienen – nach Ferne und nach Heimat. Er hat mit seinem Team nach viermonatiger Umbauzeit eine Lokalität mit Flair geschaffen. Eine Kneipe, in der vieles neu ist, aber die den Charme einer alten Gaststätte – mit Ecken und Kanten – hat. Cerkez bringt ein bisschen Hamburger Hafenatmosphäre nach Bielefeld, unterstützt wird das durch ein sehenswertes Wandbild des Tätowierer Jens "Lupe" Gößling. Direkt oberhalb des Thekenbereichs ist die Hafenwelt zwischen Herz, Anker und Steuerruder erkennbar.
Walent Cerkez ist zudem Inhaber der Eventagentur Vibra, die unter anderem für die Organisation des Serengeti-Festivals in Schloß Holte-Stukenbrock, des Asta-Sommerfestivals in Paderborn und der Parklichter in Bad Oeynhausen verantwortlich ist. Auch im Heimathafen ist geplant, ab und an Bands spielen zu lassen. Vom 5. bis 8. März macht zum Beispiel der Kneipenkult Station. Um die maritime Atmosphäre zu vollenden, hat Cerkez bereits Gespräche mit dem Bielefelder Shanty-Chor geführt, um in naher Zukunft einen Frühschoppen gemeinsam mit Teilen des Vereins zu zelebrieren.
Offizielle Eröffnung ist am Donnerstag, 23. Februar. Los geht es – wie jeden Tag in der Woche – um 19 Uhr. Montags hat der Heimathafen geschlossen. Am Wochenende ist ab 14.30 Uhr geöffnet. Bei Heimspielen des DSC Arminia öffnet der Heimathafen samstags bereits um 12 Uhr. Neben den Übertragungen der Fußball-Bundesliga und der Champions League wird in der neuen Szene-Kneipe sonntags um 20.15 Uhr die Krimiserie "Tatort" gezeigt.
"Die Resonanz ist schon vor der Eröffnung sehr groß", sagt Maurus Wirxel. "Auf Facebook haben wir bereits viele Freunde, die sich auf den Heimathafen freuen."