SCHULEN UND BILDUNG: Farben hören, Bilder bewegen: Projekt an der Bültmannshofschule begeistert für Kunst
Gellershagen/Mitte. Wenn Experten einen Hundertwasser vor sich haben, erkennen sie sofort, dass es sich dabei um große Kunst handelt. Wie so ein Meisterwerk eigentlich klingt, wissen Kenner aber nicht. Die Schüler der Bültmannshofschule schon. Gestern haben sie ganz große Kunstwerke auf die Bühne gebracht.
14 Studenten, 20 Schulkinder und eine Lehrerin: Claudia Helms ist Pädagogin aus Leidenschaft. Sie lehrt nicht nur die Schüler der Bültmannshofschule, wie man schicke Bilder malt und Instrumente spielt, sondern bringt auch Studenten bei, wie man Kunst und Musik lehrt. Beste Voraussetzungen für das ungewöhnliche Kunst- und Musikprojekt.
"Zuerst haben wir dicke Kunstbücher gewälzt", sagt Helms. Dann haben sich Schüler, Studenten und Didaktiker auf drei Kunstwerke geeinigt, die auf die Bühne gebracht werden sollten: . Eines hat Paul Klee gemalt, Emil Nolde ist wie Hundertwasser mit von der Partie.
Viele Ideen, aber nicht alle umsetzbar
Ihre Bilder wurden gestern mit Requisiten und Instrumenten auf der Bühne umgesetzt. Der Weg bis zur Inszenierung war gar nicht einfach zu gehen. "Die Kinder hatten zwar viele Ideen – leider konnte man aber nicht alles umsetzen", sagt Stefanie Sauer (23), Lehramtsstudentin der Uni. Einige Kinder in ihrer Gruppe hätten vorgeschlagen, das Bild mit Graffiti an die Wand zu sprühen. Das wäre zwar machbar gewesen – aber die anschließende Reinigung wohl recht teuer geworden.
Hannah (9) war so begeistert von der Idee, ein Bild auf die Bühne zu bringen, dass sie die Arbeitgemeinschaft (AG) von Claudia Helms in der Schule sogar dann besucht hat, als sie eigentlich krank war und das Bett hätte hüten müssen. Denn die AG hat ihre Liebe für die Kunst entfacht: "Ich war mit meinen Eltern sogar schon in der Kunsthalle", sagt die Neunjährige. In der Darstellung des Hundertwasser-Bildes hatte sie Geige gespielt. Andere Kinder benutzen die Triangel oder das Xylophon.
"Das hat wirklich Spaß gemacht", sagt Hannah. Nun findet sie es schade, dass sie und Hundertwasser auf der Bühne demnächst nicht mehr aufeinander treffen werden: Eine weitere Aufführung des ungewöhnlichen Kunstprojektes soll es nämlich nicht geben.
Das bedauert auch Lehrerin und Dozentin Claudia Helmes. "Für den Aufwand, den wir betrieben haben, ist das eigentlich schade", sagt sie. Die Lehrerin plant aber bereits neue Projekte dieser Art.
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