Experten aus Verwaltung, Industrie und Banken beraten Handelsschüler des Erich-Gutenberg-Berufskollegs
Bünde (p.p.). "Eine schriftliche Bewerbung macht gerade mal 15 Prozent der Aspekte aus, die wir bei der Einstellung von Auszubildenden ins Kalkül ziehen." Detlef Wehbrink, bei Hettich International für die Ausbildung zu ständig, zerstörte damit manche Illusion, mit der gestern Mittag gut 100 Höhere Handelsschüler des Erich-Gutenberg-Berufskollegs zu einer Informationsveranstaltung in das EGB-Forum gekommen waren. Viele von ihnen mit der Vorstellung, eine flotte Bewerbung öffne alle Tore.
Aber nicht nur Detlef Wehbrink zerstörte diesen Traum, sondern mit ihm weitere fünf Experten aus Handel, Industrie und öffentlichen Institutionen. Die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford war durch Gabriele Wostbrock vertreten, die Stadtverwaltung Herford durch Richard Rönn, die AOK Herford durch Boris Brandes, der Automobil-Fachbetrieb Rosenhäger-Mattern GmbH & Co. KG durch Ralf Rosenhäger und die Firma Edeka Neukauf Wehrmann ebenfalls durch den Chef, Peter Wehrmann sein Name.
Sie alle einte die Feststellung, dass ein Praktikum als erster Kontakt mit dem Beruf und als erster Einstieg in den Job durch nichts zu ersetzen sei. Detlef Wehbrink: "Kämpfen Sie um Praktikumsplätze!"
Zum Thema Bewerbungen äußerte sich Gabriele Wostbrock. Wichtig sei, dass Bewerber begründen, warum sie sich gerade für diesen Beruf interessieren. Und Boris Brandes riet zu individuellen Bewerbungen. Denn mit 08/15-Schreiben habe man kaum Chancen.
Auch das leidige Thema Fehlzeiten (eingetragen auf den Abschlusszeugnissen) wurde berührt. Mit eindeutigen Aussagen der Experten. Detlef Wehbrink: "Unentschuldigt akzeptieren wir nicht!" Und Gabriele Wostbrock empfahl sogar, die entschuldigten Fehlzeiten zusätzlich zu begründen.
Auch für die Bewerbungsgespräche gab es wichtige Hinweise. Die Volksbank-Ausbildungsexpertin: "Es gibt nichts Schlimmeres als unvorbereitete Bewerber." Richard Rönn (Stadt Herford) gab einen Tipp für die Kleidungsauswahl: "Chic, aber dennoch altersgemäß." Peter Wehrmann ließ Bewerber aufhorchen, die "nur" einen Hauptschul-Abschluss vorzuweisen haben: "In der Lebensmittel-Branche brauchen wir natürlich Häuptlinge, aber was wären wir ohne Indianer?" Und wer die Ausbildung gut absolviert hat, darf bei den Arbeitgebern der sechs Berater sogar ziemlich sicher sein, dann auch übernommen zu werden.