Bünde/Kirchlengern (me). Niemand, der auf der Dünner Straße unterwegs ist, kann die Unglücksstelle in Höhe der Klusstraße übersehen. Dutzende Kerzen, Berge von Blumen, Kränze und eine gelbe Sonnenblume erinnern wie ein Mahnmal an den Unfall vom Dienstagabend. Ein 23-Jähriger war mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Baum gerast und noch vor Ort seinen schweren Verletzungen erlegen, zwei Insassen wurden verletzt.
"Ich kann es immer noch nicht glauben. Wir waren befreundet. Noch am Montag ist er mir in seinem Auto entgegen gekommen", sagt eine junge Frau mit bedrückter Stimme, als sie gestern drei Rosen an der Unfallstelle niederlegt. Sie kann die schicksalhafte Stelle nicht verlassen, möchte noch einmal in Ruhe von ihrem Bekannten Abschied nehmen. Die junge Frau ist nicht allein: Auch nach zwei Tagen ist der schreckliche Unfall noch ständiges Gesprächsthema im Norden der Gemeinde Kirchlengern, wo der 23-Jährige gelebt und sich regelmäßig mit Freunden verabredet hat.
An der Kasse im Stift Quernheimer Supermarkt, beim Bäcker oder gegenüber im Getränkehandel – auf dem Parkplatz davor hatte sich das Unfallopfer fast jeden Abend mit anderen Autofans getroffen – tauschen Menschen ihre Gedanken über das Unglück aus. "Der Unfall bewegt die Menschen", weiß auch Pfarrerin Ulrike Schwarze aus Hagedorn. Sie hatte den jungen Mann vor 23 Jahren in ihrer Gemeinde getauft, im Jahr 2000 konfirmiert und wird ihm in einem Gedenkgottesdienst am Samstagnachmittag in der Hagedorner Kirche (Beginn: 16 Uhr) die letzte Ehre erweisen.
"Allen Freunden, Nachbarn, Bekannten und Arbeitskollegen möchte ich mit diesem Gottesdienst die Möglichkeit zum Abschied nehmen geben", sagt Schwarze, "aber auch gemeinsam für die 19-jährige Insassin, deren Zustand weiterhin sehr kritisch ist, beten." Am Samstagvormittag wird der 23-Jährige im engsten Familienkreis auf dem Friedhof in Häver beigesetzt, nach dem öffentlichen Gottesdienst am Nachmittag möchte Schwarze gemeinsam mit den Trauernden sein Grab besuchen.
"Diese Auseinandersetzung mit dem Tod ist besonders für junge Menschen sehr wichtig", weiß die Pfarrerin, die in jener Unglücksnacht gemeinsam mit einer Kollegin die Freunde des Getöteten betreut hat.