Es gebe zu viele Pflichten für Halter, findet eine Leserin und will wissen, wo die Hundesteuer bleibt
Bünde. Hund ist nicht gleich Hund. Da gibt es Vierbeiner, die auf Zuruf hören und solche, die ihren eigenen Kopf haben. Die Stadt Bünde und auch die Gemeinden ringsum machen zwischen den Vierbeinern keine Unterschiede. Weder bei der Hundesteuer noch bei Regeln und Pflichten. Und davon gibt es viele, weiß Manuela Schumacher. Die Kirchlengeranerin fragt sich, was mit ihren Rechten ist, sie zahle ja schließlich Hundesteuer.
Worum geht es? Gestern berichtete die NW darüber, dass im Naturschutzgebiet Kirchlengern/Stift Quernheim seit neuestem dreieckige Schilder darauf hinweisen, dass Hunde angeleint werden müssen und Fußgänger die Wege nicht verlassen dürfen. Am vergangenen Montag berichtete die NW, auf Bitten der Unteren Landschaftsbehörde, dass die Bustedter Wiesen keine Hunde-Badeanstalt sind und Halter, die sich nicht daran halten, künftig Strafen zahlen müssen. Die Polizei will dort verstärkt kontrollieren.
All das und viele weitere Vorschriften ärgern Manuela Schumacher. "Es ist eine Unverschämtheit, was Hundebesitzer alles nicht dürfen und was ihnen nicht geboten wird", sagt sie und verweist darauf, dass sie jährlich 37 Euro Hundesteuer zahlt. "Wo bleibt das Geld?", will sie wissen und fordert städtische Hundetoiletten und Automaten, an denen sie Tüten für Pfiffis großes Geschäft kaufen kann. Außerdem wünscht sie sich Auslaufwiesen und einen Badeteich für Hunde. "All das gibt es ja nicht, wo sollen wir denn hin?", fragt sie.
Die NW fragte beim Bünder Ordnungsamt nach. Wolfgang Kissing, allgemein für Hunde zuständig, ist kurz angebunden. "Es gibt keine städtischen Angebote", sagt er. Das Ordnungsamt habe weder Automaten aufgestellt noch offizielle Auslaufwiesen eingerichtet. "Da gibt es auch seitens der Stadt nichts zu regeln", sagt er.
Und wo bleibt die Hundesteuer? Kämmerer Manfred Schmidt gibt Auskunft. Jährlich kommen zum Beispiel in Bünde rund 113.000 Euro zusammen. Die Zahl sei seit Jahren verhältnismäßig konstant. Es handele sich allerdings nicht um eine zweckgebundene Steuer, sie muss also nicht für Hunde ausgegeben werden. Natürlich verwende die Stadt aber einen Teil des Geldes, um die Tretminen auf den Bürgersteigen zu beseitigen. Manuela Schumacher findet, dass die Städte und Gemeinden sich dieses Geld sparen könnten, wenn sie Automaten mit Tüten aufstellen würden.
Und noch etwas ärgert sie, beziehungsweise ihre Freundin, die zwei Hunde hält: Die Differenz der Steuersätze in den verschiedenen Gemeinden und Städten. Bei einem Blick auf die Höhe der Hunde-Steuersätze im Bünder Land zeigt sich, dass sich die Preise für einen Vierbeiner pro Haushalt noch die Waage halten. In Kirchlengern zahlt der Halter 37 Euro, in Bünde 40,20 und in Rödinghausen 42 Euro. Die Steuer unterscheidet sich aber stärker, umso mehr Hunde in einem Haushalt leben. So ist es in Rödinghausen pro Tier 23 Euro teurer als in Kirchlengern, wenn ein Einwohner zwei oder drei Hunde hält.
"Das ist doch nicht in Ordnung", findet Manuela Schumacher. Legitim ist es allerdings, denn in Deutschland gibt es keine einheitliche Regel. Die Steuersätze werden von den Kommunen in freier Selbstentscheidung festgesetzt.