Dr. Reinhard Göhner auf Einladung von Wolfgang Koch zu Wirtschaftskrise, Folgen und Lösungen
Bünde. Besuch vom Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Industrie hatte gestern Vormittag Wolfgang Koch, Kandidat der Bünder CDU für das Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl am 30. August. Und nachdem Dr. Reinhard Göhner, der ein freies Wochenende bei der Familie in Kirchlengern gern zu diesem Abstecher in die Nachbarstadt nutzte, die "Pflicht" gut absolviert hatte, ging es bei der "Kür" zur Sache.
"Pflicht", das waren viele freundliche Worte über den Kandidaten Wolfgang Koch. Der sei der richtige Mann für das Bürgermeisteramt in Bünde, betonte Göhner, denn Koch sei Jurist und verfüge deshalb über all das Wissen, für das andere Amtsanwärter im Erfolgsfall im Rathaus Zweite und Dritte bemühen müssten. Zudem könne Wolfgang Koch, den er, Göhner, als Anwaltskollegen schon lange schätze, mit Menschen umgehen. Eine wichtige Qualifikation für das angestrebte Amt.
Und ein Defizit bei jenen, mit denen sich Dr. Reinhard Göhner in der Folge sehr kritisch auseinander setzte. Thema war die Wirtschaftskrise, die manche bereits annähernd beendet wähnen, die laut Göhner aber länger dauern werde.
Die Region OWL, so der Ex-Bundestagsabgeordnete, sei zudem durch die Folgen der Krise noch nicht erreicht worden. Der Maschinenbau leide zwar bereits unter Auftragsmangel, die Möbelindustrie jedoch werde die Folgen der weltweiten Rezession erst mit Verzögerung zu spüren bekommen. Und sie werde daran auch länger zu leiden haben, ist Göhner sicher.
Dass es überhaupt zur Weltwirtschaftskrise gekommen ist, sei - so Göhner - übrigens nicht allein eine Folge der vor allem in den Vereinigten Staaten ausgelösten Bankenkrise. Die Automobilindustrie zum Beispiel habe seit Jahren Überkapazitäten aufgebaut, eine Krise jener Branche sei deshalb abzusehen gewesen und durch die weltweite Rezession nur noch verschärft worden.
Ganz persönlich wurde Dr. Göhner beim Besuch der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen in Herford mit den Folgen der Krise konfrontiert (siehe auch Seite 2). Er habe zusammen mit der Ministerin Klagen von Menschen gehört, die durch die Lehmann-Pleite ihre Altersversorgung verloren hätten. Er könne die Gefühle jener Menschen nachvollziehen, betonte Göhner, aber er gestatte sich auch die Frage, wie man eine Altersversorgung auf hochspekulative Geldanlagen mit zweistelliger prozentualer Jahresrendite aufbauen könne. Die Schuld für solche Entscheidungen sieht Dr. Göhner bei den Banken. Und wird deutlich: "Wenn es denn wirklich so sein sollte, dass die Banken Finanzpakete angeboten haben, ohne sie selbst zu verstehen, wäre das schlimm. Und bis heute warte ich auf eine Entschuldigung der Bank."
Gegen die Krisenfolgen hat Göhner vier Rezepte:
- Den Bankensektor ordnen und stabilisieren
- Keine neuen steuerlichen Belastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer
- Schnellstmögliche Rückkehr zur Haushaltskonsolidierung ohne neue Steuern
- Und Steuern bzw. Abgaben senken, vor 2011 werde das aber kaum machbar sein.