Bünde. Für viele ehemalige Schüler, die frisch ihren Abschluss in der Tasche haben, beginnt bald die Zeit als Wehrdienst- oder Zivildienstleistende. Nicht so für die beiden Abiturienten Yannic Biermann (19) und Tobias Anger (20). Die Bünder entschieden sich für einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst, der sie für ein Jahr nach Afrika führt.
"Einblick in andere Kulturen zu bekommen war schon immer ein Wunsch", so Biermann und Anger. Im Leistungskurs Sozialwissenschaften sind die ehemaligen Schüler des Freiherr-vom-Stein Gymnasium das erste Mal mit dem Thema der Entwicklungspolitik in Berührung gekommen.
"Dann stießen wir auf ,weltwärts’, den Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)." Dieser entsendet junge Freiwillige weltweit in Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Für die damaligen Gymnasiasten stand schnell fest: Nach dem Abschluss engagieren wir uns ehrenamtlich im Ausland.
Es folgten Bewerbungen an Entsendeorganisationen, die auf der Homepage des BMZ gelistet sind. Der Verein für internationalen und interkulturellen Austausch vermittelte Biermann einen Platz in der kenianischen Stadt Kisii an der Ostseite des Lake Victoria. In einem Kinderheim der Child Welfare Society of Kenya wird der 19-Jährige für die Freizeitgestaltung, die Versorgung der Kinder und auch für die Nachhilfe in Englisch zuständig sein.
Am Samstag geht es los, dann wird er seiner Heimatstadt für ein Jahr Lebewohl sagen. "Nervös bin ich noch nicht, die Vorfreude überwiegt, das ist genau das, was ich immer machen wollte", so Biermann, der die Arbeit mit Kindern von seinem Engagement bei der Ennigloher Jungschar kennt.
Drei Tage später wird sein ehemaliger Mitschüler den Flieger besteigen - in Richtung Sansibar. In der Stadt Pete wird sich Tobias Anger ein Jahr in einem Projekt engagieren, wo mithilfe von Solarenergie Palmwedel gefärbt werden. Diese werden von Frauengruppen zu Taschen verarbeitet und im "fair trade " verkauft.
Er wird in der Produktion, im Vertrieb und im Marketing aushelfen und Touristengruppen herumführen. "Erneuerbare Energien sind dort ein großes Thema, was auch mich sehr interessiert." Einiges an Vorbereitung liegt hinter den Bündern. Neben vielen Impfungen mussten sie sich um ein Visum kümmern. "Das interessanteste war aber die Packliste."