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14.08.2009
Blaue Mützen für alte Schätze
Der Verein "Historische Feuerwehr Schwarzenmoor" restauriert Einsatzfahrzeuge
VON STEFAN BOSCHER

Sechs Männer, zwei Frauen und ihr Hobby | FOTO: STEFAN BOSCHER

Kreis Herford. Die Motoren stottern ein wenig beim Anlassen, aber wenn sie erst mal laufen, surren sie im gleichbleibenden Takt. Zuverlässigkeit ist ihre Stärke in den vergangenen Jahrzehnten gewesen, darum wurden sie einst von der Herforder Feuerwehr angeschafft. Und damit das auch nach der Außerdienststellung der Löschfahrzeuge so bleibt, hat es sich ein neu gegründeter Verein zur Aufgabe gemacht, die historischen Schätzchen zu pflegen und zu erhalten.

Die Geschichte der Männer, die sich den Kindertraum vieler Jungen - ein eigenes Feuerwehrauto zu besitzen - erfüllt haben, geht ins Jahr 2005 zurück. Damals sollte ein altes Feuerwehrauto, ein Mercedes Benz 608D, gebaut 1973, ausgemustert werden. Bis dahin leistete der Schlauchwagen jahrelang Dienst in der Löschgruppe Schwarzenmoor. Hier engagierten sich auch sechs Freunde ehrenamtlich, die nicht zulassen wollten, dass das Auto, mit dem sie jahrelang zu Einsätzen und Übungen gefahren sind, in fremde Hände kommt. Sie überlegten, griffen zu und nannten sich seitdem "Schlauchwagenfreunde Schwarzenmoor". Damit hatten die sechs Freunde anfangs genug zu tun, das Inventar des Wagens zu vervollständigen und sich in die Materie historischer Feuerwehrfahrzeuge einzuarbeiten.

Ende 2007 erfuhren die Männer von einem ausrangierten TSF, ebenfalls früher für die Feuerwehr Schwarzenmoor im Einsatz. 1971 wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) gebaut. Ihren Namen erhielten diese Fahrzeuge durch ihre entnehmbare Feuerlöschpumpe - die so genannte - Tragkraftspritze zur Brandbekämpfung. Das Herforder Model wurde von Ford auf der Basis des Transit gebaut.
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Mit der Anschaffung dieses zweiten Wagens wurde aus den Schlauchwagenfreunden Ende 2008 die "Historische Feuerwehr Schwarzenmoor". Man wolle die Feuerwehrtechnik der vergangenen Jahrzehnte für die Nachwelt erhalten. Das hat sich der Verein zur Aufgabe gemacht. Aber das Ganze soll mit viel Spaß passieren: Man besucht Oldtimer-Treffen, bastelt in der Freizeit an den Motoren herum und fachsimpelt mit anderen Freunden ehemaliger Einsatzfahrzeuge.

Der 5,5-Tonner Schlauchwagen mit seinen 85 PS springt immer noch ohne Probleme an, nur ein Detail, das ein Feuerwehrauto so besonders macht, ist außer Betrieb: Das Blaulicht. Blaue Wollmützen ersetzen daher die blauen Leuchten. "SW1.000" ist die korrekte Bezeichnung des Wagens. "SW" steht für Schlauchwagen, der rund 1.000 Meter Schläuche geladen hat. Zum Einsatz ist er immer dann gekommen, wenn bei einem Feuer die Wasserversorgung über eine große Strecke aufgebaut werden musste. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Inventars ist die leistungsstarke Pumpe. Obwohl seit 37 Jahren auf den Straßen im Kreis Herford unterwegs, zeigt der Tacho erst einen Kilometerstand von 12.701 an. "Das ist typisch für Feuerwehrautos", wissen die Experten. Die Fahrzeuge werden fast nur zu Einsätzen oder Übungen bewegt, ansonsten stehen sie meist im Gerätehaus. Trotzdem heißt das nicht, dass es wenig Arbeit für die Vereinsmitglieder gibt.

"HF SW 673H" und " HF-TS 771H" lauten die Kennzeichen der Autos - früher war das natürlich anders. Nur auf dem Dach des Schlauchwagens kann man das ursprüngliche "HF 2352" noch erkennen. Seit der Wagen nicht mehr im feuerwehrtechnischen Dienst der Stadt Herford ist, sind auch die Einsatzkennzeichen abgeschraubt. Stattdessen ist ein "H" dazugekommen, das anzeigt, dass es sich bei den Autos um Oldtimer handelt.

In ihrer langjährigen Dienstzeit in der Löschgruppe Schwarzenmoor haben die beiden Wagen dazu beigetragen, Menschen in Herford zu retten, Feuer zu löschen und Schäden gering zu halten. Jetzt sind es die Vereinsmitglieder, die dafür sorgen wollen, die Feuerwehrautos in einem guten Zustand für die Nachwelt zu erhalten und ihre Geschichte am Leben zu halten.

Während der Sommer eher für Ausfahrten und zum Genießen des Hobbys reserviert ist, steht in den Wintermonaten die Pflege der Fahrzeuge auf dem Programm. Es wird instandgesetzt, geschweißt, restauriert - damit die alten Schätzchen auch in 20 Jahren noch ohne Zicken anspringen und die Motoren im gleichbleibenden Takt vor sich hin surren.


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