Bünde. In der Wohnung des 23-jährigen Bünders, der gestanden hatte, seine Schäferhündin am Doberg brutal getötet zu haben, wurde erneut ein Hund gefunden. Nach NW-Informationen wurde der junge Border-Collie-Mischling von Beamten des Kreis-Veterinäramtes mittlerweile aus der Wohnung des Bünders befreit.
Aufmerksamen Nachbarn ist es zu verdanken, dass das Veterinäramt eingeschaltet werden konnte: Als einer der Hausbewohner am Samstag sah, dass der Mann nur drei Wochen, nachdem er seine Schäferhündin getötet hatte, wieder einen Hund an der Leine führte, verständigte er die Herforder Beamten. Die handelten umgehend, holten den Collie noch am selben Abend aus der Wohnung und brachten ihn ins Tierheim Ahle. Dort soll sich das Tier nun beruhigen. Der Hund sei "völlig traumatisiert", hieß es gestern von den Tierschützern.
Wie es dazu kam, dass der Mann erneut einen Hund halten konnte, das beschäftigt Petra Mohnke-Bröder. Sie war maßgeblich an der Aufklärung der Tierquälerei am Doberg beteiligt und hakte nach. "Anhand des Halsbandes konnten wir die Herkunft des Hütehundes ermitteln. Sein ursprünglicher Halter lebt in Gronau", erklärt Mohnke-Bröder. Die Frau des Halters habe das Tier wohl mit nach Bad Salzuflen gebracht. "Leider haben wir sie noch nicht erreicht", sagt die Tierschützerin. Auf Befragung durch die Vertreter des Veterinäramtes gab der geständige Bünder Tierquäler an, eine Freundin habe ihm den Hund für einige Zeit zur Betreuung überlassen.
"Psychisch war er völlig verstört"
Dass von artgerechter Betreuung nicht die Rede sein kann, erläutert Mohnke-Bröder: "Der Hund war in einem schlimmen Zustand. Seine Pfoten waren blutig und wund gelaufen, die Muskeln völlig überlastet. Er konnte kaum gehen". Ein genaues tierärztliches Gutachten steht zwar noch aus, doch der Border-Collie scheint sich auf dem Weg der Besserung zu befinden. "Psychisch war er völlig verstört, doch allmählich beruhigt er sich wieder", sagt Mohnke-Bröder. Das Schlimmste an diesem Fall jedoch sei, dass der 23-jährige Bünder sich keiner Schuld bewusst sei. "Er scheint nicht zu verstehen, worüber wir uns aufregen. Er lernt nicht aus seinen Fehlern."
Um zu verhindern, dass er weiter Hunde hält, wurde ihm durch einen Vertreter des Kreis-Veterinäramtes ein sofort wirksames Verbot ausgesprochen. Klaus Wöhler, Pressesprecher des Kreises bestätigte: "Wir wollen endgültig erreichen, dass dieser Mensch mit Tieren nie wieder umgeht".