Kreis Herford . Im Kreis Herford ist erneut ein schwerer Übergriff auf ein Kind durch eine Gruppe anderer Kinder bekannt geworden. Tatort des Raubüberfalls ist Bünde und das Opfer ein zehnjähriger Schüler, dem eine 6-köpfige Gruppe gleichaltriger Jungen auflauerte.
Bereits Ende Juni hatte es in Spenge einen schweren Übergriff auf ein 12-jähriges Mädchen gegeben. Wie der Bünder Schüler war das Kind von Mitschülerinnen über längere Zeit gequält worden. Die aktuelle Tat ereignete sich am Freitag gegen 13.25 Uhr auf der Bünder Haßkampstraße, wurde aber erst Montag angezeigt.
"Sollte sich das, was in der Anzeige des Jungen geschildert wird, so bewahrheiten, wäre es der schwerste Übergriff von Kindern auf ein Kind während meiner vierjährigen Zeit als Pressesprecher in Herford", sagt Hauptkommissar Rainer Koch, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Daher hoffen die Ermittler auch, dass sich weitere Zeugen der Tat melden.
"Das zehnjährige Opfer war nach der Schule auf dem Nachhauseweg", so Koch. Die sechsköpfige Gruppe, offenbar türkischstämmige Kinder, überfielen den Grundschüler. "Die Jungen im Alter von elf bis 13 Jahren traten ihm gegen den Kopf, bespuckten ihr Opfer und stießen es zu Boden. Die Kinder forderten Bargeld und durchsuchten gleichzeitig die Kleidung und den Schulranzen", zitiert Koch aus der Anzeige.
Das Drangsalieren muss etliche Minuten gedauert haben, denn das Kind kam erst erheblich verspätet nach Hause. "Wir haben bereits erste Hinweise auf verdächtige Schüler", so der Polizeisprecher. "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren". Die Verletzungen des Opfers wurden zwischenzeitlich von einem Arzt untersucht.
Im Juni war eine eine zwölfjährige Schülerin der Förderschule in Westerenger an einer Bushaltestelle in Enger Opfer einer gefährlichen Körperverletzung. Andere Schülerinnen schlugen sie und drückten dem Mädchen eine brennende Zigarette im Gesicht aus.
Ingrid Wolff, Leiterin des Bünder Jugendamtes, ist bislang noch nicht über den genauen Ablauf der Tat informiert worden. Das Jugendamt wird unter anderem dann aktiv, wenn die Täter noch nicht strafmündig sind - was im aktuellen Fall anzunehmen ist. "Sollte sich der Fall auf der Haßkampstraße als so massiv herausstellen, wie er in der Anzeige geschildert wird, werden wir mit Sicherheit aktiv werden", erklärte Wolff.












