Bünde-Ennigloh. Jörg Dilthey und Andreas Schmitz sind sich einig: Als Travestiekünstler hat man den schönsten Beruf, den man sich vorstellen kann. "Abends auf der Bühne kann man ganz Frau sein und man bekommt trotzdem das Gehalt eines Mannes." Als schillerndes Travestie-Comedy-Duo "Ham & Egg" sind die beiden schon lange Stammgäste im Universum. Jetzt präsentierten sie dort erneut ein aktuelles Programm – mit dem Titel "Speggtakulär".
Da waren sie wieder, die beiden sympathischen Kalorienbomben mit geschätzten 220 Kilogramm Lebendgewicht, die im bürgerlichen Leben als Beamte tätig sind, nach Dienstschluss aber als "Ham & Egg" die Bühnen der Republik unsicher machen. Im "Musentempel Bünde"boten sie eine Show, die mühelos den Rausch der Kostüme einer abendfüllenden Las Vegas Show in den Schatten stellt und dabei auch noch Comedy vom Allerfeinsten bietet.
Wie gewohnt waren die beiden drolligen Entertainer, Sänger und Comedians mit reichlich Gepäck nach Bünde gereist. "Wir mussten Wände einreißen, um für den ganzen Plunder Platz zu schaffen."
Im glitzernden und funkelnden Paillettenkleid und einem wahren Federboa-Ungetüm auf dem Rücken sangen die Rheinländer das Motto des Abends: "Wir ziehen uns an und aus und immer kommt ein Mann heraus."
Mit Genuss kokettierten die Paradiesvögel mit ihrem Genre und suchten den Kontakt zum Publikum. "Was er sucht, wird er nicht finden und was er findet, hat er selber", wurde einMann in der ersten Reihe angesprochen, der im weiteren Verlauf des Abends nur noch "Busfahrer" genannt wurde. "Ich entschuldige mich dafür, dass ich so gut aussehe, aber warten sie ab, bis sie mich abgeschminkt sehen, dann wären sie sogar mit ihrem Hinterteil zufrieden", so "Egg". Schönheitsoperationen kämen für die beiden ja überhaupt nicht in Frage. "Ich mag meine Brüste, vor allem, weil ich sie bei 60 Grad waschen kann", so "Ham". Und bevor man sich den Vorbau vergrößere, sollten sich lieber die Männer die Hände verkleinern lassen. Man komme gerne nach Bünde, aber von einer hiesigen Bäckerei sei "Egg" leider enttäuscht worden. Warme Berliner hätte man im Schaufenster versprochen. "Als ich dann fragte, ob die Herren auch pünktlich seien, haben die mich nur verständnislos angeschaut."
Ob als überdimensionale Eistüte, schrullige Wahrsagerin, lebensgroßes Schachbrett, Freiheitsstatue oder blinkende Werbesäule: In immer neuen, fantasievollen Kostümen begeisterten die Verwandlungskünstler das Publikum, sangen Schlager und Chansons, mal witzig-spritzig, mal mit viel Gefühl. Ein Show-Feuerwerk an Glitter, Comedy und Travestie!