Brand in Mehrfamilienhaus an der Südlenger Straße / Bewohner flüchten ins Dachgeschoss und erleiden Rauchvergiftung
Bünde-Südlengern (me). Durch ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus an der Südlenger Straße sind gestern Vormittag zwei Menschen verletzt worden. Harald Sauerwald, Einsatzleiter der Bünder Feuerwehr: "Sie wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftungen ins Lukas-Krankenhaus gebracht."
Der Notruf war um 7.57 Uhr bei der Leitstelle eingegangen. Als die ersten Einsatzkräfte der Löschgruppen und -Züge Bünde-Mitte, Hunnebrock, Dünne, Muckum sowie der Hauptamtlichen Wache wenige Minuten später an der Südlenger Straße eintrafen, quollen dunkle Rauchschwaden aus der Wohnung. "Auch leichter Feuerschein war zu sehen", beschreibt Sauerwald die Lage bei Eintreffen der 56 Einsatzkräfte.
Das Feuer war offenbar in dem zur Straße gelegenen Wohnzimmer im Obergeschoss des Mehrfamilienhauses ausgebrochen. Bündes stellvertretender Wehrleiter schickte sofort vier Atemschutztrupps in das Gebäude. Ihr Auftrag: Die Rettung der vier vermissten Hausbewohner. Sauerwald: "Zwei Bewohner haben wir in der Wohnung im Erdgeschoss aus dem Schlaf gerissen, zwei weitere hatten sich in das Dachgeschoss geflüchtet. Statt die Feuerwehr über ihren genauen Verbleib zu informieren und uns die Suche zu erleichtern, nahmen die Männer per Handy Kontakt zu Verwandten auf." Erst nach Minuten entdeckten die Brandbekämpfer die beiden Vermissten in ihrem Unterschlupf. Mit Verdacht auf Rauchvergiftung wurden sie ins Krankenhaus gebracht. "Warum die Männer in die Wohnung über dem Brandort geflüchtet sind und nicht an die frische Luft, bleibt mir ein Rätsel", sagte der Einsatzleiter mit einem Kopfschütteln.
Parallel zu der Suchaktion leiteten Feuerwehrleute den Löschangriff ein. Mit zwei C-Rohren bekämpften sie die Flammen. Und mit nur wenigen Litern Wasser bekamen sie die Flammen in den Griff. Nach 15 Minuten konnte Sauerwald "Feuer aus" vermelden. Mit einer Wärmebildkamera kontrollierten die Brandbekämpfer die Wohnung anschließend auf versteckte Brandnester. "Das ist gerade noch einmal gut gegangen", sagte der Einsatzleiter erleichtert.
Über die Ursache des Feuers können Polizei und Feuerwehr zunächst nichts sagen. Beamte der Kripo haben ihre Ermittlungen aufgenommen. "Die Suche nach der Ursache dauert an", sagte Polizeisprecher Rainer Koch gestern auf Nachfrage der NW. Auch die Höhe des Sachschadens ist bislang nicht bekannt. Die Wohnung sei aber unbewohnbar, so Koch.