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29.12.2009
BÜNDE-MUCKUM
Neues Jahr beginnt im Kosovo
Thomas Blumhagen ab Januar für ein halbes Jahr als KFOR-Soldat auf dem Balkan / Abschied im Gasthof Niedermeier
VON HENDRIK STEFFENS

Optimistisch | FOTO: HENDRIK STEFFENS

Bünde-Muckum. Für Thomas Blumhagen stieg am zweiten Weihnachtstag die letzte "Club 53"-Party für sechs Monate. Vom 18. Januar bis Anfang Juni geht der 32-Jährige für fast ein halbes Jahr in den Kosovo, um gemeinsam mit den dort stationierten KFOR-Truppen den brüchigen Frieden im Land zu sichern. Den Schritt tut er freiwillig - und statt Angst erfüllt Blumhagen gespannte Neugier.

Mit dem Gasthof Niedermeier an der Hansastraße in Muckum verbinden den jungen Mann, der in einem Monat bereits als Nachschub-Unteroffizier auf Mission im Kosovo sein wird, viele Jahre bester Erinnerungen als Kassierer und Stammgast. Kein Wunder also, dass sein Abschied in der heiß geliebten Lokalität vonstatten ging - bei der "X-MAS Night" des "Club 53".

Und im Gespräch mit der NW präsentierte Thomas Blumhagen sich bestens gelaunt - von Angst keine Spur. "Natürlich sagen einige meiner Freunde, ich sei verrückt, freiwillig in ein krisengeschütteltes Land zu gehen", sagt der junge Offizier. Doch davon lässt er sich nicht beirren. Fast freue er sich ein bisschen auf diese ganz neue Erfahrung, gibt er zu.

Immerhin sei er bestens auf den Einsatz vorbereitet worden. In den bayerischen Bundeswehr-Standorten Hammelburg und Wildflecken, in Roding bei Regensburg und in der Logistikschule der Bundeswehr in Bremen erfuhr Blumhagen eine umfangreiche Spezialausbildung für den kommenden Einsatz. Geographie, Landeskunde und körperliche Ertüchtigung standen auf dem Stundenplan.

Außerdem - als Vorbereitung auf den Notfall - wurden Kampfhandlungen und Geiselnahmen simuliert. "Mit dieser Ausbildung ist zwar keine Garantie für meine Sicherheit gegeben. Doch ein bisschen Nervenkitzel ist auch nicht verkehrt", sagt er schmunzelnd.

Der Stützpunkt Blumhagens während des sechsmonatigen Einsatzes im Kosovo befindet sich bei Prizren, einer 141.000-Einwohner-Stadt im Süden des Landes. Von dort aus wird der 32-Jährige Transporte von Waffen, Verpflegung und Gerät zu den im Kosovo stationierten deutschen Verbänden durchführen.

Dabei ist zwar das Risiko gering, in Kampfhandlungen zu geraten, doch völlig auszuschließen ist derartiges im Krisengebiet Ex-Jugoslawien natürlich nicht. "Abseits der geräumten Straßen liegen noch tausende Minen verborgen - vereinzelt postieren Rebellenverbände Heckenschützen", erklärt er: Pausenlose Aufmerksamkeit sei daher unabdingbar, auf Kameraden müsse man sich stets verlassen können.

Am schwierigsten allerdings stellt Blumhagen sich die fehlende Privatsphäre im Bundeswehr-Lager vor. Dazu gut 2.000 Kilometer, die ihn dann von Freunden und Familie trennen. Außerdem werde ihm sein heißgeliebter "Club 53" natürlich schmerzlich fehlen, gibt der junge Soldat zu.

"Auch uns fällt es schwer, Thomas gehen zu lassen", erklärt Udo Niedermeier, der Chef und nicht zuletzt auch gute Freund Blumhagens, im Namen des Teams der Gaststätte. Damit der Kollege im Laufe seiner sechsmonatigen Mission den Bezug zur Heimat nicht verliert, wird noch ein Gruppenfoto der gesamten Belegschaft mit auf den Weg gegeben.

Doch trotz des schweren Abschieds von seinen Kollegen und Freunden - noch überwiegt die Neugier des zukünftigen KFOR-Soldaten alle negativen Aspekte. "Die Erfahrung enger Kameradschaft, die Erfüllung meiner Pflicht und der Glaube an die positiven Entwicklungen, die durch den Einsatz im Kosovo herbeigeführt werden können" - all das bekräftige ihn in seiner Entscheidung", sagt Thomas Blumhagen mit einiger Zuversicht.


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