32. Bünder Comedy-Night an zwei Tagen im Universum
Bünde-Ennigloh. Fünf Comedians an einem Abend, auf einer Bühne - und das gleich an zwei Tagen hintereinander. Am Wochenende startete die Bünder Comedy-Night im Doppelpack ins neue Jahr. Und auch bei der 32. Auflage dieser beliebten Serie waren mit Roberto Capitoni, Mark Britton Carolin Kebekus, Robert Louis Griesbach und Christian Mahnke fünf hochkarätige Künstler im Universum zu Gast.
Durchs Programm führte das "halb-italienische Energiebündel aus dem Allgäu" Roberto Capitoni. Zwischen Italienern und Deutschen gebe es ja so einige Unterschiede. So sei "Sex" das am meisten gegoogelte Wort in Italien und in Deutschland "Routenplaner". "Wir Italiener sind auch viel kleiner, aber dafür bekommen wir schon mit elf Jahren einen Oberlippenbart." Genussvoll rührte der Moderator in den Klischeetöpfen, beispielsweise als er seinen "Paten"-Onkel Luigi in bester "Mafia-Manier" nachahmte.
In eine ähnliche Kerbe schlug Mark Britton: "Ich bin Engländer und rede gerne über dieses Problem." Er sei mit einer deutschen Frau verheiratet und deutsche Frauen erwarten, dass ihre Männer handwerklich begabt seien. "Ich bin aber genau das Gegenteil und komme noch nicht mal mit modernen Wasserhähnen mit Bewegungssensoren klar", so Britton, der wie ein Duracell-Hase über die Bühne sauste. Seine zwei Söhne seien fünf und 15 und daher erlebe er sowohl die Kleinkinder- als auch die Teenagerphase gleichzeitig mit - "vom Krippenspiel bauen bis zum Kiffen". In der Pubertät, da hätten wir alle gelitten, so Britton, erst sei man ein liebes Kind, dann "das Phantom der Hormone".
Elegant im kurzen Schwarzen betrat die einzige Dame des Abends, Carolin Kebekus, die Bühne. "Ich habe einen Migrationshintergrund, komme zwar aus Köln, bin aber in Bergisch-Gladbach geboren." Hier in Bünde sei es sicher schön gewesen, so rumzupubertieren. "Da kamen doch garantiert nette Jungs und sagten Anmachsprüche wie, tat es weh, als du vom Himmel gefallen bist?" In dem Kölner Ghetto, in dem sie aufgewachsen sei, musste sie sich etwas anderes anhören, was sie prompt und ganz undamenhaft wiedergab. An die Grenzen des guten Geschmacks kratzte auch Robert Louis Griesbach. "Johannes Heesters muss ins Dschungelcamp, damit ihn eine Schlange beißt, denn auf natürlichem Wege stirbt er nicht." Oder zumindest müsse der "Robbis Williams des 18. Jahrhunderts" in der nächsten Staffel von "Deutschland sucht den grauen Star" dabei sein. Ob als Flughafen-Hasser, TV-Shop-Bekenner, ganz stark sein Song "Egal, was ich seh, ich kauf bei QVC, oder galanter Opernsänger: Griesbach zog alle Register.
Abwechslung bot Universums-Neuling Christian Mahnke. Mit vollem Körpereinsatz und auch schon mal mit einem Farn als Kopfschmuck, machte er das, was er am besten kann: Gedichte vortragen. Seine Verse hatten es allerdings nicht selten in sich. Versmaß, Rezitation und Wortvielfalt waren durchaus beachtenswert.