Bünde (hazl). Völkerscharen hatte niemand erwartet. Angesichts der 2.600 Wahlberechtigten, die am Sonntag die Möglichkeit hatten, ihre Stimme zur Wahl des Integrationsausschusses abzugeben, ist das Ergebnis aber doch recht dürftig: 224 Einwohner ohne deutsche Staatsbürgerschaft machten dem Bürgerbüro ihre Aufwartung. Die Verteilung der Sitze – fünf für "Pro Integration Ditib" (68,18 Prozent) und zwei für "Liste International" (34,82) – gerät da fast in den Hintergrund.
"Das sind ja nur knapp neun Prozent der Wahlberechtigten", sagt Ordnungsamtsleiter Reiner Ebmeier, der sich allenfalls über den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung freuen konnte: "Es war viel ruhiger , als bei unseren Kommunalwahlen."
Für Eyüp Odabasi, Ratsmitglied der Grünen und treibende Kraft des türkischen Kulturvereins "Pro Integration Ditib", stehen andere Dinge im Vordergrund: "Ich freue mich sehr über die fünf Sitze und über die sehr gute Durchmischung unserer Liste." Mit Hülya Macit, Yasemin Demir, Christoph Kleineberg, Gregor Straube und Silvia Siekmann habe man argentinische, polnische, türkische und deutsche Kandidaten beiderlei Geschlechts und aus den verschiedensten beruflichen Bereichen im Boot. Die Fünf wollen sich künftig vor allem für die Themen Bildung und Jugendarbeit einsetzen.
Georg Walter kann mit den zwei Sitzen (Ulrich Papke und Metin Albayrak) für seine "Liste International" gut leben, die geringe Wahlbeteiligung bezeichnet er hingegen ohne Umschweife als sehr enttäuschend. "Wir haben im Vorfeld sehr viel Werbung in entsprechenden Kreisen gemacht", sagt Walter, "und die Resonanz war eigentlich sehr positiv – warum und weshalb es so gelaufen ist, muss man jetzt analysieren." Dafür wollen er und seine Mitstreiter sich am Dienstagabend zusammensetzen.
Georg Walter und Eyüp Odabasi haben zumindest einen Erklärungsansatz: "Viele Ausländer sind schon seit 45 Jahren oder länger in Deutschland", sagt Eyüp Odabasi, "da muss sich erst mal die Erkenntnis durchsetzen, dass sie jetzt etwas bewegen können." Voraussetzung dafür ist allerdings der Gang zur Urne.
















