Bünde. Wie reagiert das Lukas-Krankenhaus, wenn ein Flugzeug bei Bünde abstürzt und viele Verletzte aufgenommen werden müssen? Und wie evakuiert man das Krankenhaus, wenn es auf einer oder mehreren Stationen brennt? Den Notfallplan erläuterte Gerhard Rosenkötter, technischer Leiter des Lukas-Krankenhauses, den DRK-Mitgliedern der Bereitschaft Bünde.
Seit September 2007 ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in die Gefahrenabwehr des Kreises Herford eingebunden. Bei Großschadenseinsätzen mit mehr als vier Verletzten packt die Bereitschaft des DRK mit an. 33 DRK- Mitgliedern stellte Rosenkötter den MANV-Plan (MANV= Massenanfall von Verletzten) des Lukaskrankenhauses vor.
Bei mehr als zehn Unfallverletzten wird im Krankenhaus eine Einsatzleitung gebildet, begonnene Operationen beenden die Ärzte sobald wie möglich, um die Unfallopfer versorgen zu können. Entlassungsfähige Patienten werden entlassen, Besucher sollen so schnell wie möglich das Gebäude durch die Nebeneingänge verlassen, um den Ablauf nicht zu behindern. Die Nebeneingänge werden dann verschlossen, damit bei einer Katastrophe die Angehörigen der Opfer nicht unkontrolliert in das Krankenhaus strömen. Bei den Verantwortlichen liegt eine Liste der Kliniken im Umkreis und deren Schwerpunkte wie Kinder- und Jugendklinik, Schwer-Brandverletztenstation.
Anhand eines Grundrisses des Lukas-Krankenhauses erläuterte Rosenkötter, wie einzelne Stationen der Klinik evakuiert werden, wenn es brennt. "Bei einem Feueralarm alarmieren die Abteilungsleiter alle Mitarbeiter der DRK-Bereitschaft", sagte Rosenkötter. "Falls das Bettenhaus verqualmt ist, wie kürzlich im Solinger Krankenhaus, werden die Patienten in den Behandlungstrakt gebracht, der durch Brandschutztüren gesichert ist."
Bei einem Großbrand oder wenn die Energie- und Wasserversorgung des Krankenhauses ausfalle, müsse das Gebäude evakuiert werden. Dann informiere die Feuerwehrleitung die Katastrophenschutzbehörde, das DRK, den Bürgermeister und das technische Hilfswerk. Der Bürgermeister benachrichtige Taxiunternehmen, die zusätzlich zu den Rettungswagen Patienten transportieren. Patientensammelstelle sei der Stadtgarten oder die Marktturnhalle, Patienten, die ärztlich versorgt werden müssen würden in umliegende Krankenhäuser transportiert. Name und Verlegungsort sei festzuhalten, damit Angehörige informiert werden können.
Alexander Volk ist seit September beim DRK. "Herr Rosenkötter hat viele Details genannt. Auch den Grundriss des Krankenhauses zu sehen, war gut", sagt der 19-Jährige. Jana Bollmann ist seit acht Jahren beim DRK. "Es ist gut zu wissen, wie es im Ernstfall läuft."