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20.04.2010
BÜNDE
Busfahrerin setzt Kinder vor die Tür
Unternehmen spricht von einer Straftat
VON ANNE WEBLER

Alle rein in den Bus | FOTO: PATRICK MENZEL

Bünde. Vergangenen Freitag stiegen zwei Freundinnen nach der Schule in den Bus. Die eine fand ihre Busfahrkarte nicht, da steckte die andere ihr ihre Karte heimlich zu. Das sah die Busfahrerin, zog die Karte ein und setzte die Beiden vor die Tür. Die Mutter ist empört, das Busunternehmen sieht kein Fehlverhalten der Fahrerin.

"Die Busfahrer können doch nicht Kinder vor die Tür setzen", ereifert sich die Mutter. "Ich muss mich darauf verlassen können, dass mein Kind von der Schule nach Hause kommt." Sie wohnen in Rödinghausen, vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Bünde, wo ihre 14-jährige Tochter zur Schule geht, ein weiter Weg.

Die Freundin der Tochter rief mit dem Handy ihre Mutter an, die die Beiden an der Schule abholte. "Ich bin nicht immer erreichbar, weil ich in Wechselschicht arbeite", sagt die Mutter der 14-Jährigen. "Was wäre, wenn meine Tochter mich in so einem Fall nicht erreicht?"

"Die Beiden wollten die Beförderung erschleichen und haben die Fahrkarte missbräuchlich genutzt, das ist eine Straftat", sagt Frank Jendrny, Geschäftsführer der Omnibus-Verkehrs-Gesellschaft Eduard Bollmeyer mbH & Co. KG, die den Schulbus zum Schulzentrum Nord fährt. Für ihn hat sich die Busfahrerin richtig verhalten. Ohne Fahrausweis bestehe keine Beförderungspflicht. "Das Ticket bezahlen die Eltern zu Beginn des Schuljahres, die Freundin meiner Tochter wäre nicht schwarz gefahren", argumentiert die Mutter. Das müsse die Busfahrerin doch wissen. Außerdem habe das Mädchen die Karte morgens noch gehabt.

"Unsere 35 Fahrer befördern täglich 1.000 Schülerinnen und Schüler und sind auf wechselnden Linien unterwegs, da kennen sie nicht jedes Kind", sagt Jendrny. Morgens fahre ein anderer Fahrer als mittags. "Nur Kinder, die weiter weg wohnen, bekommen von der Schule einen Fahrausweis, an dem sich die Eltern beteiligen", erklärt Volker Beinke von der Stadtverkehrsgesellschaft.

Nicht jedes Kind habe automatisch eine Monats-Fahrkarte. Auch in seinen Augen hat die Busfahrerin richtig gehandelt. "Die Karte weiterzugeben ist nicht in Ordnung", sagt er. Angesichts des Alters der Kinder (14 und 15) und dass die Fahrerin sie vor der Schule ausgesetzt hat, wäre das vertretbar. "Auf freier Strecke würden wir keine Kinder aussetzen", versichert Jendrny. Morgens und im Winter würden sie Kinder auch ohne Fahrausweis mitnehmen.

"Die Beiden hatten Angst, der Fahrerin die Wahrheit zu sagen, weil sie öfter im Schulbus laut wird", sagt die Mutter. "Über die Fahrerin hat sich noch niemand beschwert", sagt Jendrny. "In einer Großstadt würde das Busunternehmen Anzeige erstatten." Doch das will Jendrny nicht. Er wünscht sich ein Gespräch mit der 14-Jährigen. Wenn sie einsähe, dass sie sich falsch verhalten hat, bekäme sie ihre Fahrkarte wieder. "Wir reißen niemandem den Kopf ab."

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Kommentare
@mano: Wer bezweifelt, dass jeder Autofahrer, der Gesetze übertritt, unbestraft bleiben soll? Deine Argumentation ist unsachlich, reine Polemik. Im übigen haben die Mütter den Presseaufstand angezettelt, ein paar Schl... auf dem H........... hätten die Sache so der Welt gebracht.

@ hoffmann, wieso sollte man die kinder "gehörig" bestrafen wenn einige der autofahrer genauso gegen das gesetz verstoßen und das auch mit absicht? ich will das verhalten nicht gut heißen aber es kann doch nicht sein das die zwei eine strafe erhalten sollen und die eltern ja soviele fehler gemacht haben sollen wo es genug sachen gibt in bünde wo einfach drüber weggesehn wird? zb. das gewisse gruppen jugendliche andere menschen grundlos zusammenschlagen und bedrohen. und ich denke die vier rechstanwäte werden alle zu dem gleichen schluß kommen weil alle diese vier haben ein gesetz. mal zum nachdenken es gibt schlimmeres als sowas wo die augen zugemacht werden aber hier wird so ein drama von gemacht. und wer sagt das die eltern versagt haben der hat scheinbar keine kinder! ich kann nicht über etwas urteilen was jedes zweite kind schon gemacht hat und den eltern immer die schuld geben.

Ziel von Erziehung muß es sein, unseren Kindern auch Begriffe Respekt vor älteren Mitbürgern, Wahrheitsliebe, Aufrichtigkeit, Gewissenhaftigkeit , Moral und Anstand inhaltlich zu vermitteln. Erziehung kann sich nicht darauf beschränken, Kindern beizubringen, nur gesetzliche Vorschriften einzuhalten. In diesem Sinne haben die Eltern der beiden Mädchen - wie leider heutzutage auch die meisten Eltern - schlicht und ergreifend versagt.

@andreas: Würde an Deiner Stelle mal das Schul- und Erziehungssystem der meisten Bundesstaaten der USA studiieren - Stichwort: Coporal punishment. Übrigens, nicht alles, was der deutsche Gesetzgeber beschließt, ist gut.

@lona: lol... das BUSFOTO ist sicher nur ein symbol foto oder glaubst du, da hechtet ein reporter extra los um genau DIESEN bus zu fotografieren? man man man. äußerungen bedauern? was vor 50 jahren gut war, muß heute nicht schlecht sein? dann gebe ich zu bedenken, das das schlagen von kindern definitiv ein straftatbestand ist!!! unglaublich, hier solche äußerungen von sich zu geben. aber immerhin reichts dazu, hier die kommentare zu verfassen - aber auch da lässt pisa grüßen



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