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30.06.2010
BÜNDE/KIRCHLENGERN
Wegweisung noch immer ein Problem
Gewerbegebiet Spradow mit Logistikzentrum nur schwer zu erreichen / Bünde hat neuen Antrag gestellt

Wichtiger Hinweis

Bünde/Kirchlengern. Anwohner des Spradower Weges in Kirchlengern beklagen sich über den starken Verkehr in ihrer Straße. Auch aus Bünde wurde schon häufig Ärger vor allem über Lkws laut, die sich auf dem Weg zum neuen Gewerbegebiet Spradow durch schmale Wohnstraßen bahnten und mitunter festfuhren (die NW berichtete). Was mancher nicht weiß: zahlreiche Hinweisschilder, die den Fahrern den Weg zum Gewerbegebiet und auch zum Logistikzentrum der Firma Hettich erleichterten, wurden nach kurzer Zeit wieder entfernt.

Während der Bauarbeiten für die "provisorische" Entlastungsstraße im Gewerbegebiet Spradow mussten der Spradower Weg und die Kirchlengerner Straße im vorigen Jahr zeitweise gesperrt werden. Die seinerzeit großzügig ausgeschilderte Umleitungsstrecke begann schon an der Ausfahrt der A 30 in Kirchlengern und führte den Schwerverkehr über die Kreuzung "Hüller" und Lübbecker Straße nach Spradow.

An allen wichtigen Punkten befanden sich Hinweisschilder. Dazu gehörte auch die Firma Hettich mit ihrem Firmenlogo. Dauerhaft sei so etwas an Landes- und Bundesstraßen grundsätzlich nicht erlaubt, erklärte Volker Poppensieker von der Niederlassung Bielefeld des Landesbetriebs Straßen NRW auf Nachfrage der NW. Es dürfe auch nicht ein Unternehmen herausgehoben werden. "Zuständig dafür ist aber die Straßenverkehrsbehörde des Kreises", betonte Poppensieker.

Info

Entlastungsstraße in Kirchlengern

Länge der Entlastungsstraße in Kirchlengern: etwa ein Kilometer, von Spradower Weg (Talmulde) bis Anbindung an B 239n; Unterführung an der Lübbecker Straße (alt) in Höhe In der Horst; die Lübbecker Straße wird oberhalb abgebunden und auf die neue Trasse geführt.

Baukosten 6,4 Mio. Euro; - 70 Prozent Zuschüsse erwartet;
Fahrbahnbreite je 3,50 Meter, 0,5 Meter Bankette, 1,5 Meter Grünstreifen;
Bauzeit etwa zwei Jahre.

Bünde war wie Kirchlengern wenig erfreut darüber, dass die Schilder wieder abgebaut wurden. Die Lage werde sich erst nach Fertigstellung der Interkommunalen Entlastungsstraße auf Kirchlengerner Gebiet nachhaltig verbessern, so die einheitliche Meinung. Karl-Heinz Saße, Wirtschaftsförderer in der Elsegemeinde, rechnet aber frühestens 2011 mit dem ersten Spatenstich dort - vorausgesetzt, es klagt nicht noch jemand gegen den Planfeststellungsbeschluss.

Solange will Bünde nicht auf eine verbesserte Wegweisung zu ihrem neuen Gewerbegebiet warten. "Wir haben noch einmal einen Antrag beim Straßenverkehrsamt gestellt", bestätigte Thomas Schuh vom Bereich Verkehrsplanung, der auf eine Lösung hofft. Das Logistikzentrum sei im Antrag enthalten.

Dabei gehe es gar nicht darum, ob der Original-Schriftzug mit den Farben des Kirchlengerner Unternehmens darauf auftauche. Thomas Schuh räumte im Gespräch mit der NW ein, dass bei der jetzigen Regelung viel Verkehr durch Kirchlengern zur B 239 und Autobahn laufe.

Ein Bürger aus Kirchlengern hat seinerzeit die weiträumige Beschilderung dokumentiert. "Damit gelangt der Verkehr auch ohne die geplante Entlastungsstraße komfortabel in das Industriegebiet Bünde-Spradow", ist seine Erkenntnis. Die Gemeindestraßen würden so entlastet und auf den Landschaftsverbrauch durch die neue Trasse könne verzichtet werden. Schon Mitte 2009 hatte er die Bezirksregierung Detmold darüber informiert, dass sämtliche Schilder wieder entfernt wurden.

"Es spielt den Befürwortern dieser Straße in die Hände, wenn passend zur nächsten Verkehrszählung möglichst viele unkundige Lkw-Fahrer durch die Gemeinde irren", heißt es in dem Schreiben, das der NW vorliegt. Am 24. September 2009 gab es in Kirchlengern tatsächlich eine Verkehrszählung, ohne dass die Beschilderung verbessert wurde. "Ohne die Schilder können Ortsunkundige diesen hervorragenden Weg ins Industriegebiet nicht finden", ist sich der Bürger sicher.

Sie würden vielmehr von der A 30 kommend an der ersten Einfahrt nach Kirchlengern durch zwei Industriegebietsschilder fehlgeleitet und müssten sich zwangsläufig die wenig sinnvolle Variante durch den Ort suchen. Hinzu komme, dass die neue Straße "In der Lohge" im Gewerbegebiet Spradow noch in keinem GPS-Gerät ("Navi") zu finden sein dürfte.


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