Bünde. Ein Unbekannter hat am Wochenende in Bünde (Kreis Herford) ein Pferd schwer verletzt: Opfer war ein ein 26 Jahre alter Pony-Wallach, der auf einer Weide in Bünde-Dünne stand.
"Zu der Tat muss es von Samstag auf Sonntag gekommen sein", erzählt Marion Kopp, die Besitzerin des weißen Connemara-Ponys mit Namen "Phönix". "Als wir Sonntagmorgen um 7.30 Uhr Phönix und die anderen Pferde reinholen wollten, haben wir die Verletzung bemerkt." Zunächst habe man an eine Wunde geglaubt, die sich der Wallach selbst zugefügt hat. "Wir haben deshalb die Weide abgesucht, aber nichts gefunden", erzählt Marion Kopp.
Erst der Tierarzt äußerte den Verdacht, dass ein Pferderipper zugeschlagen hat: Die Stichverletzung des Tieres liegt in der Hodengegend. Tierarzt Dr. Dietmar Helms aus Espelkamp: "Die Wunde ist zwischen 14 und 15 Zentimeter tief und hat scharfe Wundränder, die wie geschnitten aussehen. Wenn sich das Tier verletzt hätte - etwa am Nagel eines Weidepfahls - würde die Wunde anders aussehen. Sie wäre deutlich größer gewesen."
Zutrauliches Tier
Und in ihr wären wohl auch Rost- oder Erd- und Holzreste zu finden gewesen. Der Täter habe kein wichtiges Gefäß getroffen, so der Veterinärmediziner aus dem Kreis Minden-Lübbecke. Dort waren vom Jahr 2000 an immer wieder Ponys und größere Pferde von Pferderippern verletzt worden.
Damals hatten der oder die Täter bei den zutraulichen Pferden leichtes Spiel. Wallach Phönix, der nun von seiner Besitzerin auf eine andere Weide gebracht wurde, gilt als zutraulich. "Phoenix hat in der Vergangenheit nie etwas Schlechtes durch Menschen erfahren", erzählt die Rödinghausenerin.
Auch hätten Pferderipper in der Vergangenheit Stuten angegriffen. Darüber hinaus sei die Weide schwer einsehbar. Die Besitzerin und der Tiermediziner haben die Hoffnung, dass Zeugen verdächtige Beobachtungen gemacht haben und sich bei der Polizei melden. Die Behörde ermittelt wegen Tierquälerei.
Im Jahr 2005 hatte es eine Serie von Taten im Kreis Herford sowie in Lippe und Minden gegeben. Im August war ein Kaltblutpferd in Löhne von einem Unbekannten verletzt worden. Der Pferderipper hatte versucht, das Tier mit einem Schnitt durch den Hals zu töten. Im September hatte ein Täter in Exter eine trächtige Stute im Schambereich verletzt. Meldungen über Übergriffe gab es auch aus Schlangen und Leopoldshöhe.
Die oder der Täter ist noch flüchtig. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer (0 52 23) 18 70 entgegen.
Die wütenden Reaktionen hier nützen niemandem, außer vielleicht dem Täter, der sich womöglich daran noch ergötzt.