Rund 50 Teilnehmer aus ganz Ostwestfalen beim Skater-Wettbewerb/ Viel Lob für neue Anlage
Bünde/Enger. "Weg von den Ledges, Handrails und dem Rooftop, macht das Flat frei, der Contest beginnt!" Nicht-Skater hätten wohl verblüfft geguckt und nichts verstanden. Aber die 50 Teilnehmer des "Our-Wicked-Land"-Wettbewerbs für Skater und die Fans wussten Bescheid. Sie traten zur Seite, machten Platz auf den Hindernissen und Hürden des Skateparks Enger und warteten gespannt. Die Musik setzte kurz aus, dann schlidderte der erste Skater über Treppenstufen, Geländer und Hindernisse.
Sauber ausgeführte Tricks wurden mit Applaus honoriert, die Jury bewertete akribisch die Leistungen jedes einzelnen Skaters. Die Skater Lennard Winschel, Lasse Schmidt und Cedric Passon beobachteten die Sprungkunststücke der Skateboard-Fahrer. "Das Warten hat sich gelohnt", sagte Cedric. Nachdem die neue Skateranlage in Enger nach vier Jahren endlich steht, zeigt sich bereits die zweite Veranstaltung nach der Einweihung als ein wahres Fest für Skate-Fans: Nicht umsonst nahmen die Fahrer zwischen 12 und 30 Jahren aus ganz OWL an der Veranstaltung teil, einer kam sogar aus Nürnberg. Ein Jurymitglied richtete sogar bei der deutschen Skate-Meisterschaft.
"Im Contest fahren jeweils immer drei Fahrer für drei Minuten, das nennt man Jam", erklärt Lennard. "Es kommt darauf an, komplexe Tricks vorzuführen, also möglichst viele Elemente in einem sogenannten ,Run’ zu kombinieren." Wichtig sei es aber auch, dass die Tricks natürlich "sauber" ausgeführt werden, fügte Lasse hinzu. Lasse skatet seit einem Jahr, nahm deshalb noch nicht teil.
"Wir machen vier Stopps beim Wettbewerb, einer in Detmold, einer hier in Enger, einer in Bielefeld-Sennestadt und das Finale in Paderborn", erklärte Organisator Axel Zobel aus Bünde. "Der Wettbewerb ist in zwei Gruppen geteilt: In der A-Gruppe fahren Profis, die unter anderem schon von bestimmten Marken, wie zum Beispiel einem Skaterladen gesponsert werden. In der B-Klasse fahren weniger erfahrene, jüngere, aber deswegen nicht unbedingt schlechtere Fahrer." Favoriten gebe es nicht, vieles sei von der Tagesverfassung abhängig und davon, wie der Skater auf dem Skatepark klarkomme.
Und was halten Ostwestfalens Skater vom Engeraner Skateplatz? "Ich glaube, der nächstgelegene Park auf diesem hohen Niveau ist erst in Münster zu finden", sagt Cedric Passon. Die Teilnehmer Oleg Engelhardt und Jannis Wegener bestätigten: "Er ist sehr viel besser als viele andere Parks, die wir bei verschiedenen Wettbewerben kennengelernt haben. Die Engeraner Anlage überzeuge sowohl durch ihre Vielseitigkeit als auch durch ihre "Streetnähe": "Das bedeutet, dass man sich beim Skaten wirklich fühlt, als würde man auf der Straße fahren, und nicht in einer künstlichen Anlage", erklärte Wegener.
Um 20 Uhr wurden Hannes Schütte, Christoph Radke und Florian Westers als Sieger der A-Gruppe bekanntgegeben, Sebastian Kanigowski, Christopher Wönsring und Marius Diestelhorst als Sieger der B-Gruppe. Damit qualifizierten sie sich nicht nur für das Finale in Paderborn, sondern auch für eine Auswahl an Geld- und Sachprämien. Auch wenn kein Engeraner unter den Siegern war, so blieb doch die engeraner Anlage als Austragungsort des Contests in guter Erinnerung. "Enger ist eine kleine Stadt und auch der Park ist nicht der größte", resümierte Zobel, "aber sowohl von der Qualität der Anlage als auch von der Anzahl der Besucher bei der heutigen Veranstaltungen würde ich ihn zu den Besten der Region zählen."