Bünde/Herford (me). Sollten die Vorwürfe zutreffen, die Staatsanwältin Antje Leege gegen den 20-jährigen Bünder Matthias B. (Name geändert) erhebt, so durchlebte dessen Opfer in den frühen Morgenstunden des 21. Februar ein wahres Martyrium. Seit Anfang der Woche muss sich B. wegen des Verdachts der Vergewaltigung und Raubes vor dem Herforder Jugendschöffengericht verantworten.
Laut Anklage lauerte B. der 23-jährigen Katharina L. (Name geändert) auf ihrem Heimweg von der Diskothek Wilhelmshöhe auf, sprang die junge Frau von hinten an, entriss ihr das Handy, stieß sie zu Boden und verschwand zunächst. Minuten später kehrte B. zurück, warf Katharina L. erneut zu Boden und zog sie an den Haaren über die Holzhauser Straße. Der 23-Jährigen gelang die Flucht. In einem Carport suchte sie Unterschlupf vor dem Angreifer. Der entdeckte sein Opfer, als ein Bewegungsmelder das Licht in dem Fahrzeugunterstand einschaltete. B. machte sich brutal über die junge Frau her und vergewaltigte sie.
Mit Schnee versuchte er Spuren zu verwischen. Von Forensikern gesicherte DNA-Spuren führten die Ermittler auf die Spur des mutmaßlichen Täters. Bei der Polizei ist B. bekannt. Wegen Eigentumsdelikten war er in der Vergangenheit erkennungsdienstlich behandelt und ihm eine Speichelprobe entnommen worden. Diese Probe wurde ihm nach einem DNA-Vergleich schließlich zum Verhängnis. Am 21. April nahmen Beamte den Verdächtigen fest. Seitdem sitzt der 20-Jährige in Untersuchungshaft. Am ersten Verhandlungstag bestritt B. die in der Anklageschrift verlesenen Vorwürfe. "Ich war’s nicht", sagte er nach den Ausführungen von Staatsanwältin Leege. Der Prozess wird am 14. Oktober vor dem Herforder Jugendschöffengericht fortgesetzt. Bleibt der Angeklagte bei seiner Haltung, wird Katharina L. eine Zeugenaussage nicht erspart bleiben.












