Seit dem Unwetter "Cathleen" konnten Plaßmanns und ihre Nachbarn nicht telefonieren
Kirchlengern-Südlengern. Am Donnerstagabend wollte Wilfried Plaßmann eine Verwandte in Hildesheim anrufen. Doch die Leitung war tot. "Ich dachte, es liegt am Wetter", sagt Plaßmann. Draußen regnete es in Strömen, "Cathleen" zog durch. Freitagmorgen versuchte er es erneut – ohne Erfolg.
"Aus dem Hörer ertönte die Ansage, ich solle den Router für drei Minuten ab- und dann wieder einschalten." Es nützte nichts. Plaßmann wiederholte den Vorgang jede Stunde, bis zum Abend fünfmal. Um 18 Uhr rief er vom Handy aus bei Vodafone an, seinem Festnetz-Anbieter. "Die wussten von nichts." Ein Servicetechniker rufe ihn zurück, hieß es.
Der meldete sich um 21 Uhr. Er maß Plaßmanns Telefonleitung durch und sagte, es läge nicht an Plaßmanns Anlage. Samstagmorgen erhielt Plaßmann eine SMS von Vodafone: "Die Ursache der Störung ist jetzt bekannt. Die Störung wird behoben." Von seinen Nachbarn und der Hauswirtin erfuhr er, dass auch sie kein Telefon hatten. Die Nachbarn sind Kunden der Telekom, die Hauswirtin bei Tele2. Der Nachbar erzählte, auch die eine Seite der Kirchstraße und die Brandhorststraße seien betroffen. Am Sonntagabend fiel bei Plaßmanns auch das Internet aus.
Auch Bünder ohne Telefon
Dienstagabend schickte eine Anliegerin des Schäferholzweges in Bünde-Südlengern eine E-Mail an die NW. Die Bewohner des Schäferholzweges und angrenzender Straßen hätten seit Freitagabend weder Telefon noch Internet. "Wer beruflich die Technik braucht, ist arm dran – vom Verdienstausfall ganz zu schweigen. Unsere Verwandten glauben schon, wir seien vom Jahrhunderthochwasser weggespült worden." Seit gestern Mittag geht dort das Telefon wieder.
Am Montag rief der 80-Jährige erneut bei der Kundenbetreuung von Vodafone an, "da bekam ich aber nur die Blechmarie." Als er die Nummer des Reparaturservice wählte, kam eine Ansage, für Störungen sei die Telekom zuständig. "Langsam wird man sauer", sagte Plaßmann am Dienstagmittag. "Es ist teuer, alle Telefonate über Handy zu erledigen."
Am Dienstagnachmittag funktionierte die Telefonleitung wieder. Als Plaßmann um 15.57 Uhr seine Schwägerin anrief, kam noch einmal die Meldung, den Router auszuschalten, danach ging alles wieder. "Ein Glück", sagt Plaßmann. Die NW fragte am Dienstag schriftlich bei der Vodafone-Pressestelle an, wie es zur Störung kam. Bis Redaktionsschluss gestern Abend kam von Vodafone auch nach erneuter Anfrage keine Antwort.