Bünde. Die Professorin an der Uni in Köln mag ihren Ohren nicht trauen. Gerade hat ihr Daniel Beiderbeck, Abiturnote 1,0 und damit Jahrgangsbester am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, gesagt, dass er für einen Arbeitsplatz nahe der Heimat im Zweifel auf etwas Gehalt verzichte. Ob er sich zur Elite zähle? Achselzucken. Dreieinhalb Jahre nach dem Gespräch wird Beiderbeck für ein Semester an der renommierten Harvard University studieren.
Daniel Beiderbeck ist ein erdverwachsener junger Mann. Obwohl im fünften Semester Student an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, spielt der 22-jährige Bünder am Wochenende immer noch beim SV Rödinghausen Fußball. "Ich bin der Ballverteiler im Mittelfeld", sagt er und lächelt verlegen. Die Position erfordert ein gewisses Maß an Disziplin, Ideenreichtum und Intelligenz – allesamt Tugenden, die Beiderbeck auch in seiner schulischen und universitären Laufbahn bewiesen hat.
Auf dem rustikalen Esszimmertisch liegen Zeugnisse und Stipendienscheine. Beiderbeck ist vorbereitet, erwartungsgemäß. Für sein Alter spricht er pointiert und selbstbewusst, ohne überheblich zu wirken. Zwischen all den Dokumenten liegt die Offerte für die Harvard University in Cambridge an der Ostküste der USA. Harvard wird oft als die beste Uni der Welt eingestuft. Das Einladungsschreiben lässt den Leser wissen, dass es der Verfasserin "eine große Ehre" sei, ihn, Beiderbeck, im Frühlingssemester auf dem Campus begrüßen zu dürfen. "Nachdem ich die ersten Zeilen des Briefs überflogen habe, habe ich mich vor Freude in die Ecke geschmissen", sagt der Student.
"Ich hatte doch eh nichts zu verlieren"
Als Beiderbeck 2007 am FvSG sein Abiturzeugnis mit der Note "sehr gut" in den Händen hielt, haben die Schulkameraden gescherzt: "Der Daniel, der studiert mal in Harvard." Beiderbeck lachte mit und konzentrierte sich erstmal auf sein Studium an der RWTH. Kaum in Aachen gestartet, zählte er im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, Fachrichtung Maschinenbau, zu den besten drei Prozent. "Das war für mich der Auslöser, mich für ein Auslandssemester an der Yale, Columbia und eben Harvard University zu bewerben", sagt er. "Ich hatte doch eh nichts zu verlieren."
Früh habe er begonnen, alle Unterlagen für die amerikanischen Elite-Unis zusammenzutragen: einen Englisch- und einen Logiktest, zwei Gutachten seiner Professoren und ein Motivationsschreiben. Tipps holte er sich im Karrierenetzwerk e-fellows im Internet. Jetzt ist Beiderbeck einer von zwölf ausgewählten Gast-Studenten in Harvard; mehrere tausend haben sich beworben. Er freue sich sehr auf das Semester, sagt Beiderbeck.
Kommende Woche steigt er in den Flieger nach Boston, es ist seine erste USA-Reise. "Ein bisschen Bammel habe ich schon." Eine Wohnung hat er bereits gefunden, 40 Quadratmeter in Campus-Nähe. Für fünf Kurse ist er angemeldet. So bleibt genug Zeit, um sich andere Städte wie New York oder Washington anzusehen oder "vielleicht auch mal die Westküste zu besuchen". Im Mai wird ihn seine Freundin Pia besuchen, mit der er seit seinem 15. Lebensjahr zusammen ist. Da ist Daniel Beiderbeck wieder der bodenständige Bünder. Harvard hin, Elite her.
was Inlandsflüge kosten weiß ich nicht genau. Aber nach NYC kann man glaub ich auch per Bus/Bahn hinkommen. Das mit den Kursen ist ja cool. Hätte ich mehr als einen Samstag in Downtown Boston und Umgebung gehabt, hätte ich mir das MIT auch noch angesehen. Komme ja auch mehr aus dem Technischen Bereich. Da müsste man sich das MIT eigentlich auch angucken. Aber egal. Harvard war auf jeden Fall super. Das neue Science Building ist mal richtig imposant von der Architektur her.
Wenn du Geschichtlich etwas interessiert bist, gibt es direkt in Boston den freedom Trail. Das ist ein Goldener Pfad der quer durch Downtown führt und an Historisch wichtigen Stationen halt macht wo man sich dann die entsprechenden Informationen angucken kann. Das war auch ganz interessant. Boston Tea Party usw. Gibts wohl auch mit optionalem Tour Guide. Ich bin aber alleine dort langelaufen.
Ansonten nochmals viel Spass. Und versuch dir mal den Boston Dialekt anzueigenen :)
"pahk the cah in Hahvahd Yahd" oder auf English:"Park the car in Harvard yard" :D