Bezirksreserve der Feuerwehr bei Moorbrand in Gronau / Treffpunkt war das Straßenverkehrsamt
Kreis Herford/Bünde. Gegen ein Uhr versammeln sich in der Nacht zu Sonntag mehr als 20 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren aus den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke auf dem Parkplatz am Straßenverkehrsamt in Kirchlengern. Einsatzbesprechung. Dann rücken sie über die A30 nach Gronau an der deutsch-niederländischen Grenze aus. Die Wehren stellen die Wachablösung beim seit Tagen schwelenden Moorbrand im Naturschutzgebiet Amtsvenn.
"Dieser Brand stellt eine neuartige Herausforderung für unsere Wehren dar", sagt Bernd Kröger. Feuer- und Glutherde befänden sich sowohl sichtbar auf dem Moor als auch unter der Oberfläche, so der stellvertretende Kreisbrandmeister. "Die Verhältnisse sind tückisch, wir müssen uns vorsichtig herantasten".
Erst mit der Dämmerung sollen die Einsatzkräfte in Aktion treten, weist er an. Löscharbeiten im Dunkeln seien auf dem unwegsamen Gelände einfach zu gefährlich.
Bei dem Einsatz handelt es sich nicht um einen plötzlichen Alarm. Am Nachmittag trat ein Stab aus Führungskräften der Feuerwehren in der Kreisleitstelle zusammen und koordinierte das Vorgehen der 150 Einsatzkräfte. Ihr Auftrag ist die Ablösung der erschöpften Kollegen aus dem Gebiet um Gronau. "Die Kameraden sind teilweise seit mehr als 20 Stunden im Einsatz, jetzt kommen sie endlich mal zur Ruhe", sagt Uwe Heidemann von der Löschgruppe Kirchlengern. Minuten später wird er aufbrechen zum größten Brand, den er je zu bekämpfen hatte. Der Bauch kribbele zwar, "wir sind aber gut vorbereitet, sodass ich keine große Gefahr für unsere Kräfte sehe", sagt Heidemann.
Einsätze dieser Größenordnung sind auch für den Bünder Feuerwehrchef Rüdiger Meier selten. "Die Bezirksreserve rückt nicht alle Tage aus", so Meier. Vergangenes Mal sei das vor drei Jahren beim Schneechaos im Münsterland notwendig gewesen. "Ein Moorbrand ist allerdings tückischer als Schneemassen im Winter", sagt der Bünder Feuerwehrchef. Am frühen Sonntagnachmittag kehrten die 150 Retter nach Hause zurück. Anstrengend sei es gewesen, sagte Brandbekämpfer Michael Fliegert im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Meter für Meter hätten sich seine Kollegen und er durch das Moor gekämpft und immer wieder auflodernde Glutnester abgelöscht. "Eine Sisyphusarbeit."