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29.07.2011
KIRCHLENGERN
Panne beim Rettungsdienst
Blutender Patient muss dreiviertel Stunde auf Notarzt warten

Kirchlengern/Minden. Notruf aus der Oberbauerschafter Straße. Auf dem Gelände der Klosterbauerschafter Alttraktorenfreunde ist es zu einem Unfall gekommen. Die Retter rasen los – und sind schnell an der richtigen Adresse. Aber leider in der Gemeinde Hüllhorst und somit im falschen Kreis. Die 112 wurde per Handy aus der Oberbauerschafter Straße in Kirchlengern (Kreis Herford) alarmiert.

Dienstagmorgen, 9.36 Uhr: Alttraktorenfreunde-Chef Fred Eikötter findet seinen Vereinskollegen Heinz W. am Fuße einer Kellertreppe. Der 77-Jährige ist bewusstlos, aus einer Wunde am Hinterkopf rinnt Blut. Eikötter wählt mit seinem Handy die 112 und läuft in der Leitstelle in Minden auf. Er beantwortet dem Disponenten die fünf W-Fragen (Kasten) und weist darauf hin, dass der Einsatzort an der Oberbauerschafter Straße im Kirchlengerner Ortsteil Klosterbauerschaft liegt. "Eine präzise Angabe, so wie ich es in meinem Beruf gelernt habe", sagt der seit sieben Wochen pensionierte Feuerwehrmann.

Um 9.54 Uhr – 18 Minuten nach dem Notruf – meldet sich die Leitstelle auf Eikötters Handy zurück und erkundigt sich nach der genauen Adresse. Die Rettungskräfte hätten den Einsatzort auf dem Gebiet der Gemeinde Hüllhorst gesucht, habe ihm der Disponent mitgeteilt, sagt Eikötter. Er greift zum Handy, ruft seine ehemaligen Kollegen der Feuerwache Bünde an und fordert vorsorglich eine weitere Notarzt- und Rettungswagenbesatzung an. Die trifft um 10.16 Uhr an der Oberbauerschafter Straße in Kirchlengern ein. Fast zeitgleich biegen auch die Retter aus dem Kreis Minden-Lübbecke auf das Gelände der Alttraktorenfreunde ein. Exakt 40 Minuten sind seit ihrer Alarmierung vergangen.

Tim Upheber, Leiter der Kreisleitstelle Minden-Lübbecke, bedauert diese Verzögerung. Wie es genau dazu gekommen ist, vermochte er gestern nicht zu sagen. Er habe noch nicht mit dem zuständigen Disponenten über den Einsatz gesprochen, sagte Upheber. "Das Problem gleicher Straßennamen in benachbarten Kommunen oder Kreisen ist unseren Disponenten bekannt. Grundsätzlich sollten die Kollegen schon die exakte Adresse erfragen", sagte Upheber. Nur äußerst selten passieren nach seinen Angaben Fälle wie die von Dienstagmorgen: Aus Randgebieten benachbarter Kreise wird die 112 gewählt – und der Anrufer landet in der Leitstelle in Minden. Falls dann in der Hektik nicht geklärt wird, ob der Anruf aus dem Kreis Minden-Lübbecke oder aus der Nachbarschaft kommt und zusätzlich auch noch Straßennamen identisch sind, passiert es, dass die Retter falsch fahren.

"In diesem Fall ist noch einmal alles gut gegangen. Heinz W. erholt sich im Krankenhaus von seinem Sturz. Bei einem Herzinfarkt wären 40 Minuten jedoch eine zu lange Zeit", sagt Eikötter.


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Kommentare
Oh man. Was hat der sinnlose englische Spam-Kommentar hier zu suchen? Dass das die Redaktion so freigeschaltet hat... fragwürdig.^^

That was definitely off-topic and bunk!

Thanks for the great info dog I owe you bgigity.

Also mal ehrlich. Warum regen sich hier alle über den Artikel auf und geben andererseits nur theoretische Vorschläge? Klar, auch ich denke mir manchmal: "Was wurde denn in dem Arktikel wieder geschrieben?" Aber Reporter sind auch nur Menschen. Und das sind Rettungsleute auch, selbst wenn es manchmal vergessen wird. Und man kann nicht alles wissen. Selbst wenn man noch so penibel recherchiert - man hat immer irgendjemanden, dem man es nicht recht machen kann. Nach einer Rettungsaktion kommt es doch auch mal vor, dass man gewisse Dinge lieber anders gemacht hätte. Und das Beispiel mit dem Kochbuch schreiben ist auch kein guter Vergleich. Ein Koch MUSS über Kochkünste bescheid wissen. Es ist sein Beruf. Aber warum sollte ein Journalist auch das Fachwissen eines Rettungsdienstmitarbeiters haben?! Wissen diese RD-Leute genau über die Journalistikmethoden bescheid? Nein, sie schreiben leserorientiert, also so, dass die Leser eine Grundinfo erhalten. Man sollte sich lieber dem eigenen Beruf widmen, statt andere Berufe zu kritisieren, die man selbst nicht beherrscht. Okay, in diesem Artikel kommt es schon ein wenig so rüber, als wären die Disponenten in der Zentrale dusselig. Wie alle Menschen haben auch die Disponenten keine übersinnlichen Kräfte. Verständlich, dass sich Leute vom Fach auf den Schlips getreten fühlen und sich verteidigen. Dann muss man aber damit rechnen, dass sich die NW-Reporter auch wehren. Erwischt, denn sie werden hier auch als Dussel dargestellt. Man sollte mal auf den Teppich zurückkommen und Ruhe bewahren. Ruhe bewahren ist auch ein wichtiges Stichwort in der Rettungsbranche. Wenn man bei Stress und Hektik auch immer so reagiert, Prost Mahlzeit!
Natürlich könnte man diesen Artikel zu einem Fachartikel umschreiben. Dieser hätte aber eher was in einer Rettungszeitschrift zu suchen. Mit den Begriffen NEF, Rendez-vous & Co. kann doch der normale Leser nix anfangen! Fachsimpeln kann man unter sich, aber für Laien ist es nur verwirrend. Sie interessieren sich vielmehr dafür, wie es dem Opfer geht. Und das ist doch letztendlich das Wichtigste oder? Die Rettung hätte so nicht verlaufen dürfen. Aber es ist doch alles noch einmal gut gegangen.. Es hätte auch schlimmer ausgehen können.. Es ist verständlich, dass man sich wehren will. Trotzdem finde ich es sehr schade, dass der Patient aufgrund von überheblichen Formulierungsdiskusionen völlig in den Hintergrund geraten ist..

Mal ganz grundsätzlich liebe NW. Wenn ihr die Artikel abändert, gehören auch die Kommentare gelöscht oder zu einem anderen Artikel verschoben. Die meisten Kommentare hier sind nämlich vor 13:12 Uhr entstanden. Leider sehr schlechter Stil von der NW.


@Leser: Vielen Dank für Ihr Feedback. Mit der Dachzeile "Update: 13.12 Uhr" haben wir deutlich gemacht, dass der Artikel aktualisiert wurde. Dass Online-Artikel aktualisiert werden, ist Gang und Gäbe, deshalb werden aber keine Kommentare gelöscht. Sonst würden sich viele Leser bzw. Kommentare übergangen fühlen. MFG, NW

@Notarzt
Was keinen Sinn ergibt, ist dein Kommentar! Denn aus dem Artikel ergibt sich, dass eben KEIN RTW vor Ort war! Also erspar uns doch bitte deine Belehrungen! ;)



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