Viele Leser melden sich auf Artikel "Jagdhund reißt Hühner" und erzählen von ihren Erfahrungen mit Jägern
Bünde. Das Verhalten von Jägern und ihren Hunden beschäftigt weiter die Leser. In den Kommentaren auf
www.nw-news.de und am Telefon berichten sie von ihren Erfahrungen mit Jägern.
Jürgen G. aus Quernheim schreibt, dass Jäger vor etwa zwei Wochen aus einem Wald heraus einen über einer Spaziergängerin fliegenden Vogel abgeschossen hätten, und der Kadaver neben ihr einschlug. "Der Jäger schoss in die Richtung eines Menschen!" G. ist fassungslos.
"noe" berichtet von einem Jäger, der in der Tür seines Autos stand und über die Straße zielte, auf der noe gerade entlangfuhr. Christian kritisiert, dass "Negativ-Beispiele grundsätzlich überhöht und ohne Umschweife auf die Gesamtheit angewendet werden, während jedes positive Bild mühsam erkämpft werden muss".
Eine Leserin aus Kirchlengern rief an und berichtete, dass ihr Mann vergangenen Winter auch mit Jägern aneinandergeraten sei. Das Haus der Familie liegt direkt an einem Feld. Bei einer Treibjagd in direkter Nähe des Hauses hatte ein Jäger einen Hasen angeschossen, der nun vor dem Esszimmerfenster und den Augen der Kinder "in der Runde schoss" und im Schnee eine Blutspur hinterließ. Als ihr Mann die Terrassentür öffnete und dem Jäger zurief, er solle doch den Hasen erlegen, habe der Jäger ihn beleidigt.
Udo Wellmann führt einen Pensionspferdebetrieb mit 80 Pferden im Werfer Bruch. Jagdpächter Jürgen Menke melde jede Treibjagd bei ihm an. Er rufe einen Tag vorher an und gebe einen Zeitrahmen von 8 bis 10 oder 12 Uhr an, damit Wellmann die Pferde während dieser Zeit im Stall lässt. Ein anderer Bewohner des Werfer Bruch weist auf die freilaufenden Hunde der Spaziergänger hin, möchte aber anonym bleiben: Die Tierquälerei, die im Falle des Hühner reißenden Jagdhunds angeprangert werde, passiere auf den Elsewiesen im Bruch jeden Tag. Die Hunde hetzten hinter Rebhühnern und Hasen her und rissen seine Haushühner. Auf frischer Tat ertappt und darauf angesprochen, reagierten die Halter äußerst ungehalten. Viele Hundebesitzer schämten sich auch für solche Vorkommnisse. Doch einige schauten sich die Hetzjagd einfach nur an. "Dass der Hase gerade um sein Leben rennt scheint diesen Leuten nicht klar zu sein."
Etwa zehn Beschwerden pro Jahr über unangeleinte Hunde auf dem Elsedamm, die Kaninchen hinterherjagen, landen bei Ordnungsamtsleiter Axel Biermann. Auf dem Elsedamm herrsche eine Anleinpflicht. "Wenn uns der Hundehalter bekannt ist, sprechen wir ihn an und belegen ihn im Wiederholungsfalle mit einem Bußgeld", sagt Biermann. Wenn der Hund das Kaninchen reiße verweise er den Fall an die untere Jagdbehörde des Kreises Herford, die dann zuständig ist.
Ansprechperson bei der unteren Jagdbehörde ist Bernd Gundlach. In den Treibjagd-Monaten November bis Januar erreichten ihn 10 bis 15 Beschwerde-Anrufe pro Monat, sagt er. Wenn die Beschwerde schriftlich vorliege und ein Fehler des Jägers vorliege, fordere er eine schriftliche Stellungnahme des Jägers ein. Bei grobem Fehlverhalten wie unsachgemäßem Schusswaffengebrauch kann er den Jagdschein des Jägers einziehen. Doch das sei erst einmal vorgekommen, als ein Jäger einen Greifvogel geschossen hat, was verboten ist. Das hatte jemand beobachtet. Denn: "Der Verstoß muss beweisbar sein." Es reiche nicht, dass ein Spaziergänger etwas behaupte. "Es muss weitere Zeugen geben." Jäger reagierten nicht immer richtig. "Es gibt viele vernünftige Jäger und leider ein paar andere, die sich auf einen Streit einlassen."
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