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06.12.2011
BÜNDE - DISKUTIEREN SIE MIT
Wenn der Hund nicht will wie Herrchen
Viele Leser melden sich auf Artikel "Jagdhund reißt Hühner" und erzählen von ihren Erfahrungen mit Jägern
VON ANNE WEBLER

Stein des Anstoßes | ARCHIVFOTO: HALLMANN

Bünde. Das Verhalten von Jägern und ihren Hunden beschäftigt weiter die Leser. In den Kommentaren auf www.nw-news.de und am Telefon berichten sie von ihren Erfahrungen mit Jägern.

Jürgen G. aus Quernheim schreibt, dass Jäger vor etwa zwei Wochen aus einem Wald heraus einen über einer Spaziergängerin fliegenden Vogel abgeschossen hätten, und der Kadaver neben ihr einschlug. "Der Jäger schoss in die Richtung eines Menschen!" G. ist fassungslos.

"noe" berichtet von einem Jäger, der in der Tür seines Autos stand und über die Straße zielte, auf der noe gerade entlangfuhr. Christian kritisiert, dass "Negativ-Beispiele grundsätzlich überhöht und ohne Umschweife auf die Gesamtheit angewendet werden, während jedes positive Bild mühsam erkämpft werden muss".

Eine Leserin aus Kirchlengern rief an und berichtete, dass ihr Mann vergangenen Winter auch mit Jägern aneinandergeraten sei. Das Haus der Familie liegt direkt an einem Feld. Bei einer Treibjagd in direkter Nähe des Hauses hatte ein Jäger einen Hasen angeschossen, der nun vor dem Esszimmerfenster und den Augen der Kinder "in der Runde schoss" und im Schnee eine Blutspur hinterließ. Als ihr Mann die Terrassentür öffnete und dem Jäger zurief, er solle doch den Hasen erlegen, habe der Jäger ihn beleidigt.

Udo Wellmann führt einen Pensionspferdebetrieb mit 80 Pferden im Werfer Bruch. Jagdpächter Jürgen Menke melde jede Treibjagd bei ihm an. Er rufe einen Tag vorher an und gebe einen Zeitrahmen von 8 bis 10 oder 12 Uhr an, damit Wellmann die Pferde während dieser Zeit im Stall lässt. Ein anderer Bewohner des Werfer Bruch weist auf die freilaufenden Hunde der Spaziergänger hin, möchte aber anonym bleiben: Die Tierquälerei, die im Falle des Hühner reißenden Jagdhunds angeprangert werde, passiere auf den Elsewiesen im Bruch jeden Tag. Die Hunde hetzten hinter Rebhühnern und Hasen her und rissen seine Haushühner. Auf frischer Tat ertappt und darauf angesprochen, reagierten die Halter äußerst ungehalten. Viele Hundebesitzer schämten sich auch für solche Vorkommnisse. Doch einige schauten sich die Hetzjagd einfach nur an. "Dass der Hase gerade um sein Leben rennt scheint diesen Leuten nicht klar zu sein."

Etwa zehn Beschwerden pro Jahr über unangeleinte Hunde auf dem Elsedamm, die Kaninchen hinterherjagen, landen bei Ordnungsamtsleiter Axel Biermann. Auf dem Elsedamm herrsche eine Anleinpflicht. "Wenn uns der Hundehalter bekannt ist, sprechen wir ihn an und belegen ihn im Wiederholungsfalle mit einem Bußgeld", sagt Biermann. Wenn der Hund das Kaninchen reiße verweise er den Fall an die untere Jagdbehörde des Kreises Herford, die dann zuständig ist.

Ansprechperson bei der unteren Jagdbehörde ist Bernd Gundlach. In den Treibjagd-Monaten November bis Januar erreichten ihn 10 bis 15 Beschwerde-Anrufe pro Monat, sagt er. Wenn die Beschwerde schriftlich vorliege und ein Fehler des Jägers vorliege, fordere er eine schriftliche Stellungnahme des Jägers ein. Bei grobem Fehlverhalten wie unsachgemäßem Schusswaffengebrauch kann er den Jagdschein des Jägers einziehen. Doch das sei erst einmal vorgekommen, als ein Jäger einen Greifvogel geschossen hat, was verboten ist. Das hatte jemand beobachtet. Denn: "Der Verstoß muss beweisbar sein." Es reiche nicht, dass ein Spaziergänger etwas behaupte. "Es muss weitere Zeugen geben." Jäger reagierten nicht immer richtig. "Es gibt viele vernünftige Jäger und leider ein paar andere, die sich auf einen Streit einlassen."

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Kommentare
ach komm christian, gib es auf. sie wollen es nicht verstehen und wollen auch nicht ihren horizont erweitern. sehen nur das was sie sehen wollen. heute steht doch mal ein guter artikel in der NW zum thema. da kann sogar der herr oberlehrer noch was lernen. er sollte sich das mit dem schrot noch mal durchlesen. bevor er meint hier leute maßregeln zu müssen. ich für meinen fall bin ein gesetzes treuer jäger und von daher ist es eine frechheit hier als trunkenbold oder schiesswütiger westernheld dargestellt zu werden. zum thema hunde in der stadt bünde. das sehe ich genau so, wieso pachtet die stadt nicht eine grosse wiese zentral gelegen. zaun drum und dann hat man doch was als auslauffläche. ein treffpunkt für hundeliebhaber. hundesteuer wird eingezogen aber wenig dafür gemacht. ok, mittlerweile gibt es tütchen die bereitstehen aber das war es auch. denke mal das die stadt da einen gewissen überschuss erwirtschaftet. in diesem sinne....... beiderseitiges verständnis und rücksicht. schöne weihnachtstage :o)

@ @Moppi
Mal drüber nachgedacht: Wenn der Jäger ein Interesse daran hat seine Truhe voll zu kriegen, dürfte er eigentlich kein Interesse daran haben das alles weggeschossen wird, oder?!

(...) Mir ist ein kratzendes Kaninchen oder ein hoppelnder Hase im Garten lieber, als gar keiner ebendieser. Können sich gerne am Salat bedienen, oder Möhren ausbuddeln und futtern. Lege jedes Jahr extra eine Ecke im Garten für sie an. Der Rest ist umzäunt, können sie nicht rein. Selbst wenn ein Kaninchen im Rasen kratzen würde, schockt mich das nicht. Erde wieder ab ins Loch, fest treten und gut ist. Rasen wächst von allein nach. Doch das Problem ist: Beide sind nicht mehr zu sehen! Zudem darf ich Ihnen entgegnen: Wir haben knapp 2 ha Wald, dicht bewachsen und noch nie habe ich irgendwo Wildverbiss gesehen. Warum wohl? Die Idioten haben alles weg geballert! Da ist nix mehr mit morgens oder abends springenden Rehen, oder gar Kitzen - Absolut null! So, da sagen Sie mal was zu, denn die Schrotgenossen finden das auch noch gut! Hauptsache die Gefriertruhe ist zum Fest gut gefüllt!

So eine Treibjagt hat ja auch ihren Sinn. Fakt ist doch aber auch das keiner von uns "Nichtjägern" will das die Hasen sich zu tausenden vermehren und sie sich in unseren mühevoll gepflegten Gärten häuslich niederlassen. Ebenso mit dem Wild im Wald. Geht man mit offenen Augen durch die Natur sieht man doch wie viel Schaden die Tiere anrichten. Aufgabe des Jägers ist es doch hier für ein gesundes bzw. ausgewogenes Verhältniss zu sorgen.
Manch älterer Jäger weiß halt nicht wann seine Zeit zu Ende ist, dass aus dem Auto geschossen wird habe ich auch schon gesehen. Schade das so wenig jüngere Jäger nachrücken.

@Spaziergängerin
Klar ist das Verantwortungsbewusst! Witzigerweise hat der Mensch nämlich die Fähigkeit sich zu entscheiden, in welche Richtung er schießt. Wenn er natürlich aus nächster Nähe Richtung Grundstück schießt, ist das nicht richtig. Aber ich möchte wetten dass das nicht der Fall war.
@Felix
Okay!
@Hundehalter
Ah, das "Futterstellen" Argument.



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