Sieben umliegende Gebäude evakuiert / Mehr als 200 Feuerwehrleute im Einsatz / Kriminalpolizei ermittelt Brandursache
Rödinghausen/Bünde (ged/clu). In der Nacht zu Sonntag hat es in Rödinghausen (Kreis Herford) eine heftige Explosion in einem Einfamilienhaus gegeben, bei dem das Gebäude komplett zerstört wurde. Verletzt wurde niemand.
Um kurz vor halb vier in der Nacht hörten Anwohner des Gebäudes an der Parkstraße einen lauten Knall. Um 3.29 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein - eine Gasexplosion soll nach aktuellen Erkenntnissen die Ursache gewesen sein. Die Polizei ermittelt die Hintergründe.
Derzeit wird davon ausgegangen, dass sich keine Menschen in dem Einfamilienhaus befunden haben. Zwei Suchhunde schlugen auf der Suche nach Personen nicht an. Erste Ermittlungen der Polizei ergaben, dass unter der Adresse 16 Personen (acht Erwachsene und acht Kinder) angemeldet sind.
Großer Haufen Schutt und Asche
Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, war von dem Haus nicht viel mehr übrig als ein großer Haufen Schutt und Asche. Das komplette Mauerwerk des Erdgeschosses wurde durch die Wucht weggerissen, das Dach stürzte auf den Schutthaufen. "So haben unsere Feuerwehrkräfte sechs Minuten nach der Alarmierung den Ort vorgefunden", sagte Rödinghausens Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer am frühen Sonntagmorgen bei einer Pressekonferenz.
Insgesamt 213 Einsatzkräfte aus den umliegenden Orten im Einsatz, weitere 30 kommen von Rettungsdiensten kommen hinzu, die die 17 Personen aus den umliegenden Gebäuden betreuen, die vorübergehend in der Aula der Gesamtschule Rödinghausen oder bei Verwandten untergebracht waren und am späten Vormittag wieder zurück in ihre Häuser konnten. Neben Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften ist auch das Technische Hilfswerk (THW) vor Ort.
Erst nachdem das Gebäude vollständig gelöscht war, konnten die Einsatzkräfte die aufgetürmte Brandstelle nach vermissten Personen durchsuchen. Hierzu wurde sowohl technisches Gerät, als auch zwei Spürhunde der Rettungsstaffel OWL eingesetzt.
Schutt schichtweise abgetragen
Im weiteren Verlauf musste zur Vermisstensuche auch schweres Räumgerät des THW eingesetzt und der Schutt schichtweise abgetragen werden. Die Feuerwehr pumpte das Löschwasser aus dem Gebäude wieder heraus, um auch die Kellerräume des Gebäudes nach Vermissten absuchen zu können.
Die Durchsuchungen des Gebäudes dauerten bis in die späten Nachmittagsstunden. Erst gegen 18 Uhr konnte die Polizei verbindlich Entwarnung geben. Glücklicherweise hatte es bei der Explosion und dem anschließenden Brand keine verletzten Personen gegeben, da keiner der Bewohner des Gebäudes zu Hause war.
Auf Grund der Suchmaßnahmen und schwierigen Bedingungen vor Ort waren erste kriminalpolizeilichen Ermittlungen nur unter schwierigsten Bedingungen möglich.
Intensive Untersuchung der Ursache
Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen und wird das Gebäude in den kommenden Tagen intensiv auf eine mögliche Brand- und Explosionsursache untersuchen. Hierzu wird sie auch durch Sachverständige und geschulte Brandermittler unterstützt.
Die Untersuchungen dauern an. Zur Aufklärung der Umstände sucht die Polizei Zeugen, die eventuell Angaben über verdächtige Beobachtungen machen können. Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Herford unter Tel. 0 52 21 / 8 88-0.