Das Tanzhaus Marks besteht in der dritten Generation und feiert in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen
Bünde. Tanzen ist mehr als das Erlernen von Schrittfolgen. Im Tanzhaus Marks ist das eine der Maximen. Tanzen, aber vor allem der Grund zu tanzen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Eine Galerie im Tanzhaus Marks zeigt das anschaulich. Vor 100 Jahren gab Hubert Marks, der Gründer des Tanzhauses, seine erste Tanzstunde - in einem Hinterraum seines Friseursalons.
"Schon im Jahre 1912 zeigte Hubert Marks den Menschen den Unterschied zwischen dem Marschieren und dem Tanzen", heißt es in der Chronik des Tanzhauses Marks. Tanzlehrer war damals noch kein richtiger Beruf. Hubert Marks wurde deshalb erst einmal Friseur und lebte in Wassenberg bei Aachen. "Mein Großvater hatte das Tanzen aber im Blut", erzählt der heutige Inhaber Peter Marks, der das Unternehmen zusammen mit seiner Frau Bettina leitet und elf festangestellte sowie weitere freie Mitarbeiter beschäftigt.
Hubert und Selma Marks hatten drei Kinder zu versorgen, Tanzkurse wurden schnell zu einer festen Einrichtung. Gelehrt wurde in angemieteten Räumen in Geilenkirchen. Durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs landete die Familie später in Detmold, wo Hubert Marks zwar immer noch Haare schnitt, aber auch sein Geschäft mit dem Tanzunterricht professionalisierte. Nach Kriegsende hatte er von den Alliierten die Konzession bekommen, Tanzkurse für Soldaten zu geben. "Es war eine Wandertanzschule, die mein Großvater betrieb", erklärt Peter Marks. Hubert und Selma Marks gaben viele Jahre Unterricht in der Region. Ihr Einzugsgebiet reichte über die Kreise Höxter, Lippe, Herford bis hin nach Gütersloh. Ihre Kinder Rudi, der die Tanzschule später übernahm, und Hilde unterstützten sie.
"Sesshaft wurde die Tanzschule erst Anfang der 80er Jahre", erzählt Peter Marks. Von 1982 bis 2008 befand sie sich im Gebäude der "Klinke" an der Klinkstraße. 2008 kauften Peter und Bettina Marks eine alte Zigarrenfabrik an der Borriesstraße - dem heutigen Standort.
Das Tanzen an sich hat laut Peter Marks besonders in seiner Begründung einen Wandel erfahren. Früher sei man tanzen gegangen, um sich auch anderen zu zeigen, heute seien die Gründe eher im Fitnessgedanken zu suchen, aber auch darin, dem mitunter stressigen Alltag zu entfliehen, so der Tanzlehrer.
"Wir haben heute ein ganzheitliches Angebot, das neben Tanzen lernen auf die Schwerpunkte Tanzen gehen und sorglos feiern setzt", sagt Peter Marks. Hinzu kämen auch gesellschaftliche Aspekte, die in den Tanzkursen vermittelt werden.
Im Gegensatz zum dem Plattenspieler, der bei damaligen Tanzkursen für die musikalische Begleitung sorgte, ist diese heute computergesteuert. Bei besonderen Anlässen kommen Live-Bands oder Künstler anderer Musikrichtungen - wie beispielsweise heute Abend, wo das Hundertjährige mit geladenen Gästen im Tanzhaus Marks gefeiert wird. Da tritt Pianist Frank Muschalle mit einer besonderen Besetzung auf - und es wird dazu getanzt.