Bünde. Manch einer wird sie noch nie gesehen haben, andere könnten bei ihrem Anblick denken, sie seien verdorben: Grüne Eier. Gemeint ist nicht etwa das Innere, sondern die Schale. "Was macht diese Eier so grün?", dieser Frage ging Isabell Brinkmeyer, Schülerin der Realschule Bünde-Mitte, nach. Mit den Ergebnissen ihrer Untersuchung bewarb sie sich beim Wettbewerb "Schüler experimentieren."
Für Isabell Brinkmeyer ist es schon lange ein Rätsel, warum die Eier von Araucana-Hühnern eine grüne Schale und nicht eine weiße oder braune haben, wie die ihrer Artgenossen. Landwirt Reinhard Schläger, ein Bekannter der Familie, hat auf seinem Hof in Dünne etwa 50 Hühner, fünf bis zehn davon gehören zur Rasse Araucana, die nicht ganz so legefreudig ist und ursprünglich aus Chile stammt (s. Info-Kasten). "Er hat Probleme, diese Eier zu verkaufen", sagt Isabell Brinkmeyer. Die Leute würden lieber weiße oder braune nehmen. Dabei hat die 13-Jährige bei ihren Experimenten herausgefunden, dass die grünen Eier eine Reihe Vorzüge besitzen.
"Grüne Eier sind zwar kleiner, besitzen aber im Verhältnis mehr Eigelb", so die Schülerin, die sich damit noch nicht zufriedengab. Im Gespräch mit der NW schilderte die Bünderin, was sie noch alles untersucht hat. "Was macht das grüne Ei im Aufbau und in der Zusammensetzung so besonders? Lässt sich aus dem Aufbau und der Zusammensetzung der Schale etwas auf die Herkunft der Hühner und deren Bedingungen herleiten?", so zwei weitere Fragen, die sich die 13-Jährige stellte.
"Die Innenhaut der grünen Eier ist deutlich dicker und reißfester als die der braunen Eier, die Schale ist besonders stabil", so ein weiteres Ergebnis ihrer Experimente. Auffällig sei außerdem, dass die Schale der grünen Eier leichter brennt als die vergleichbarer brauner Schalen.
"In der Schale der grünen Eier gibt es mehr Pigmentierungen, die sich in Form dunkler Verfärbungen zeigen", so Isabell Brinkmeyer. Im Gegensatz zu den braunen Eiern sei bei den grünen auch die Innenseite grün gefärbt. "Ich fand heraus, dass Araucana-Hühner ein Abbauprodukt des Blutkreislaufs namens Biliverdin in die Eierschale mit einbauen. Biliverdin gibt die grünliche Färbung", weiß die Realschülern inzwischen. Dieser Stoff komme auch im menschlichen Körper vor und sei beim Verheilen eines blauen Flecks zu beobachten.
Isabells Biologielehrer Henning Möller freut sich über das Engagement seiner Schülerin. "Sie hat sich ganz alleine für den Wettbewerb angemeldet." Die 13-Jährige hat eine zwölfseitige Abhandlung über ihr Thema mit Fotos und den Experimenten an "Schüler experimentieren" geschickt. Sie hofft bei der Kreisausscheidung am 25. Februar in Herford die Jury überzeugen zu können und einen Schritt weiterzukommen.