Bruchmühlener erhielt E-Mail mit falscher Postbankseite / Bank gibt Online-Kunden wichtige Tipps
Bruchmühlen. Zweimal hingucken ist besser als einmal reinfallen. Diesen Rat gibt Jürgen Beinke aus aktuellem Anlass allen Postbankkunden, die ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen. Wie der Bruchmühlener am Lesertelefon schilderte, kursiert im weltweiten Netz nämlich (mindestens) eine Seite, die der Originalseite des Geldinstitutes täuschend ähnlich ist.
Jürgen Beinke, der eine kleine Firma besitzt, erhielt kürzlich auf seinem privaten PC eine E-Mail mit der falschen Webseite der Postbank. "Uns ist aufgefallen, dass Ihre Account-Informationen einer Überprüfung bedürfen", heißt es darin. Der Kunde solle sich fünf bis zehn Minuten Zeit nehmen, um die Überprüfung durchzuführen. Sie diene ausschließlich der Vermeidung von Problemen und der Verhinderung weiterer Schwierigkeiten. "Sollten Sie Ihre Account-Informationen jedoch nicht überprüfen und gegebenenfalls anpassen, wird dies zu einer Stilllegung Ihres Online-Accounts führen", wurde Jürgen Beinke gleich angedroht mit der Aufforderung, doch den Link auf der Seite zum Updaten der Informationen zu betätigen. Dafür sollte er neben der Kunden-Nummer auch seine PIN-Nummer eingeben.
Der Bruchmühlener wurde misstrauisch. "Der Unterschied zum echten Postbank-Zugang besteht darin, dass die Eingabefelder dort nebeneinander und nicht untereinander angeordnet sind", erkannte er und informierte unverzüglich die Postbank-Zentrale in Bonn. "Mir ist wichtig, dass andere nicht darauf hereinfallen", sagt Jürgen Beinke. Vor allem an Ältere oder Menschen mit geringen Computerkenntnisse appelliert er, besonders vorsichtig zu sein. "Die Betrüger lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen."
Die Bank antwortete ihm auf seinen Missbrauchshinweis bereits ausführlich. "Wir sind dankbar, dass aufmerksame Kunden wie Sie die Täuschung erkennen", heißt es im Schreiben. Immer wieder seien solche betrügerischen "Phishing- Mails" in Umlauf.
Was ist in so einem Fall zu tun? "Bitte löschen Sie solche Mails, nachdem Sie uns informiert haben", rät Postbank-Pressesprecherin Kerstin Lerch-Palm. Nicht nur ihr Unternehmen, alle Banken oder auch der Online-Handel Amazon seien von "Phishing Mails" betroffen.
Die E-Mails würden wahllos im Internet gestreut – natürlich in der Hoffnung, dass darunter möglichst viele Kunden des betreffenden Unternehmens sind. Die Postbank nutze auch neue soziale Netzwerke, um auf solchen Missbrauch hinzuweisen. So warne sie aktuell auf Facebook vor einem Trojaner, der dem Geldinstitut Probleme mache.
"Banken rufen grundsätzlich keine Kontendetails per E-Mail ab. Die PIN-Nummer sollte auch niemals auf diesem Wege preisgeben werden", sagt Kerstin Lerch-Palm. Werden Rechner geschützt und die Geschäfte mit Sorgfalt getätigt, sei Online-Banking sicher. Die Postbank biete auch ein Überweisungslimit an, das Kunden an ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen könnten.
Jürgen Beinke war aufmerksam.Was aber, wenn Daten bereits auf einer gefälschten Seite eingegeben wurden? "Dann sperren Sie bitte sofort Ihre Online-Banking PIN", rät die Pressesprecherin. Sicherheitsexperten würden Hinweise überprüfen und erforderliche Schritte einleiten, um Betrügern schnell das Handwerk zu legen. Es werde dafür gesorgt, dass die entsprechenden Seiten abgeschaltet werden. Kerstin Lerch-Palm hat den Eindruck, dass die Kunden schon gut aufpassen. Gleichwohl könne man nicht oft genug auf die Gefahren hinweisen.