Rödinghausen. Mitreißender Showtanz, pointierte Büttenreden und Sketche: Dass die "Rödi-Jecken" den rheinländischen Karneval auch im Schatten des Nonnensteins ausgelassen feiern können, haben sie am Samstagabend mit ihrer 42. Prunksitzung im "Haus des Gastes" wieder einmal eindrucksvoll bewiesen.
In die fünfte Jahreszeit sind die Aktiven aus den Reihen des örtlichen Heimatvereins einfach nur "Vernarrt". So kurz und bündig das Motto der diesjährigen Session auch sein mag: Gefeiert wurde der Beginn der fünften Jahreszeit in Rödinghausen mit einer vierstündigen Bühnenshow bis tief in die Nacht hinein. Über 60 Akteure präsentierten ein rundum gelungenes, kurzweiliges Programm.
Eingeläutet wurde die Prunksitzung traditionell mit dem Einzug der Funkengarde. Sitzungspräsident Bodo Richter begrüßte die 250 Gäste. Daran schloss sich der Gardetanz der "Youngstars" und "PreLadies" an, zwei Formationen aus den Reihen der Showtanzgruppe, ohne die der Karneval im Ort nicht denkbar wäre. Unter der Regie von Jessica Mey und Janine Schneider-Rohner hatten sie für die Prunksitzung wieder gelungene Choreographien einstudiert.
Dazu zählte im weiteren Verlauf des Abends vor allem der "Maskenball", ein Medley aus Musical-Melodien, zu dem die "Youngstars" in langen Abendkleidern tanzten. Mit "Jet Roulette" folgte ein weiteres Programmhighlight. Hierbei nahm die Showtanzgruppe die begeisterten Gäste im Saal mit auf eine verrückte Flugreise ohne Pilot, dafür aber mit schrillen, französischen Stewardessen.
Deutlich härter waren die Sounds, zu denen die "PreLadies" unter dem Motto "Hard Rock Café" ihre neuen Showtänze präsentierten. Die "Hits des Jahres 2011" durften gegen Mitternacht ebenfalls nicht fehlen. "Auch dieser Beitrag hat mittlerweile eine lange Tradition", kündigte Richter den Auftritt der Tänzerinnen an. In einem Medley wurden die größten Chart-Erfolge der vergangenen zwölf Monate zusammengefasst.
Natürlich gab es nicht nur Musik. Was wäre der Karneval schließlich ohne Büttenreden? Sie sind für die Narren das Salz in der Suppe einer jeden Prunksitzung. Zuerst trat Lutz Hasenjäger vor das Publikum und berichtete Kurioses über seinen "Papa". Horst Kaase dagegen nahm sich einen alten Theo-Lingen-Sketch vor und verballhornte die Tagesschau. Karsten Selent philosophierte über die Mannesleiden - wenn die Jugend verflogen, dass Alter aber noch weit entfernt ist. Dirk Blank hingegen erinnerte sich an sein "Erstes Mal (beim Karneval)". Cornelia Streuter sowie Kim-Pierre Borst schlüpften in die Rollen von "Klein Ilse & Fritzchen", um sich insbesondere über die (Schlafzimmer-)Welt der Erwachsenen zu amüsieren.
Wieder musikalisch wurde es mit den "Igelspeiern" und "De Klöönern". Letztgenannte nahmen sich lokale Themen wie die Fehler bei der Sanierung der Alten Dorfstraße oder die jüngsten Veränderungen im Kurpark vor. Außerdem erinnerten sie an den zweiten Platz (hinter Westkilver) beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Ein Beitrag, zu dem natürlich Ernst-Wilhelm Vortmeyer auf die Bühne gebeten wurde. Dort nahm er Glückwünsche zu seinem Geburtstag entgegen, bevor er mit in die Comedy-Show eingebunden wurde.
Bei den "Klööners" griffen Sandra Niemeyer und Stefanie Schreiber zum Mikrophon. Später am Abend traten die beiden noch einmal als "SaFi-Duo" vor das Publikum und interpretierten Stimmungshits.
Absolute Höhepunkte im Programm waren schließlich die "Wetten dass"-Parodie der "Kellerasseln" und der "Zwergentanz" der "Wiehenperlen". Feuchtfröhlich wurde es dann noch einmal mit "Maxel & Aik" beim Synchron-Haarewaschen auf der Bühne. Mit den "Schlagerfuzzys" alias Richter und Peter Schneider jun. schließlich wurde nach Mitternacht der offizielle Teil beendet. Gefeiert aber wurde noch bis in die frühen Morgenstunden.