Bünde. Ehrlich und gerade heraus zeigte sich Horst Beck beim Neujahrsempfang der SPD: Eine Zustimmung der Genossen zum Bünder Haushalt gebe es für die CDU nicht zum Nulltarif, erklärte der Stadtverbandsvorsitzende vor 100 Gästen im Gasthof zur Klinke. Die SPD habe das Vorschlagsrecht für den Technischen Beigeordneten eingefordert. "Dazu stehen wir, auch wenn andere das als Kungelei oder Kuhhandel bezeichnen."
Als Rechtfertigung nannte Beck zahlreiche Fälle, in denen Parteien auf Landes- oder Bundesebene ähnliche Absprachen getroffen hätten. Dass die SPD vor einigen Jahren gegen einen zweiten Beigeordneten gestimmt habe, sei richtig, nun gehe es aber um die Nachfolge des Technischen Beigeordneten. Die Stadtentwicklung sei neben der Sozialpolitik das wichtigste Feld in der Kommunalpolitik.
"Deshalb braucht Bünde einen Stadtgestalter, eben einen Technischen Beigeordneten, der die Stadt zu einem lebendigen Gebilde formt", sagte Beck. Bei der Gelegenheit richtete der Stadtverbandsvorsitzende sein Wort an den im Publikum sitzenden Ersten Beigeordneten Heinz Brockmeier, der in acht Monaten in den Ruhestand gehen wird: "Danke für das, was du in Bünde getan hast."
Für seine Partei, deren Ratsfraktion er führt, nahm Beck in Anspruch, die positive Entwicklung der Bünder Haushaltslage "wesentlich" mit auf den Weg gebracht zu haben. Man sei auf dem richtigen Weg, konstatierte Beck und verwies von der finanziellen Lage der Stadt auf die Bünder Schullandschaft. Es könne nicht sein, dass Bünde veralteten Konzepten nachhänge. Das dreigliedrige Schulsystem befinde sich auf dem Abstellgleis. Das müsse auch die CDU irgendwann einsehen. "Nur zu sagen, dass man keine Sekundarschule brauche, zeuge nicht von einem guten Konzept", befand Beck mit Hinblick auf die Position der Bünder CDU, die sich vor einer Woche gegen eine Sekundarschule in Bünde ausgesprochen hatte. Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten hatte für Aufregung gesorgt. Es empfiehlt die Zusammenlegung einer Realschule mit der Hauptschule zu einer Sekundarschule.
Guntram Schneider (SPD), Landesminister für Arbeit, Integration und Soziales sieht in der Sekundarschule Vorteile: "Wir müssen von einem gegliederten Schulsystem zu einem integrierten kommen, das führt zu Chancengleichheit". Derzeit gehe es darum, zu prüfen, wo eine Sekundärschule Sinn mache. Im Land lägen derzeit 50 Anträge vor, so Schneider.













