Enger. In den oberen Etagen des Krankenhauses ist viel los. Damen und Herren fahren mit ihre Rollstühlen durch die Gänge, Besucher mit Blumensträußen in der Hand suchen den Weg in die Geriatrie, Krankenschwestern bringen das Mittagessen zu den Patienten, Babys werden auf den Armen ihrer Mütter zum Schwimmen getragen. Bewegung pur. Doch alles das funktioniert nur reibungslos, weil in den Etagen darunter alles läuft. Hinter diese verschlossenen Türen gewährt Klaus Schäfers einen Blick.
Vielfältig sind die Aufgaben, die dort bewältigt werden. Da ist der blitzsaubere Raum, in dem alle Werkzeuge ordentlich an ihrem vorgegebenen Platz an der Wand hängen. Die Werkbank ist so sauber, wie im Nachbarkeller die Küchenplatte. "Hier arbeiten fünf Leute, da muss schon Ordnung herrschen", sagt Schäfers, der sich zusammen mit seinem Kollegen Georg Kellmann nun schon seit sieben Jahren um die Haustechnik kümmert. Er ist der Herr der Schlüssel. "Es gibt keinen Raum, für den ich nicht einen Schlüssel habe, oder bekomme."
Den Beweis tritt er sofort an. Er gewährt Zutritt zum nüchtern ausgestatteten, ruhigen Abschiedsraum. Einer Kapelle ähnlich stehen hier wenige Stühle für die Hinterbliebenen, ein nüchterner Tisch mit Kreuz und Neuem Testament und einem großen verschlungenen Leuchter in der Ecke. Dem Betrachter wird klar: Sterben gehört in der Geriatrie dazu.
Im Raum daneben steht eine große Kühlkammer. Mit Platz für drei tote Menschen. "In der Kammer bleiben die Toten maximal einen Tag, meist jedoch nur wenige Stunden, bis sie vom Bestatter abgeholt werden." In der Kühlkammer herrscht eine Temperatur von 18,5 Grad.
Weiter geht’s. Über Flure, an Wäschekammer und Waschkeller vorbei. Darin stehen zwei Waschmaschinen, wie sie sich jede Familie mit mehreren Kindern wünscht: mit reichlich Fassungsvermögen. Und dennoch: Hier wird nur ein kleiner Teil der in Krankenhaus und Seniorenheim anfallenden Textilien gewaschen, der Rest geht zu einer professionellen Reinigungsfirma außer Haus.
Von draußen kommt auch das Essen: Aus der Küche des Lukas-Krankenhauses in Bünde. In Engers Kellerküche - gut 60 Quadratmeter groß - sind drei Diätassistentinnen dafür verantwortlich, dass die Patienten bei der Ernährungsauswahl beraten werden. Zudem verteilen sie gut 110 Portionen pro Tag.
Daneben: ein Raum mit allen Zählern und der Stromverteilung. Mit 400 Volt eingespeist, läuft auch die Versorgung des Altenheimes darüber, und auch das Notstromaggregat. Fast 30.000 Kilowattstunden fallen im Monat an. Hier kennt sich Schäfers nicht ganz so gut aus. "Das ist eher der Bereich meines Kollegen". Und sonst überwachen, reparieren und betreuen die beiden "alles was anliegt."
Für den Notfall ausgerüstet ist das Krankenhaus in Sachen Energie. Einmal im Monat werfen die Haustechniker den Schiffsdiesel an. "Innerhalb von zwei Sekunden haben wir im ERnstfall wieder Strom", sagt Schäfers. Ebenfalls einmal im Monat läuft auch die Heizung mit Heizöl. Zum Test. Und im Winter, wenn das Gaskontingent erschöpft ist. Die ganze Heizungsanlage wurde vor vier Jahren modernisiert.
Eine Modernisierung steht Filter und Pumpeneinrichtung unterm Hallenbad noch bevor. Dort, wo sich Menschen im Bewegungsbad beim 32 Grad tummeln und ganz kleine Menschen ans Wasser gewöhnen, da darf es keine Keime und Verunreinigungen geben.
Dafür sorgt die Spezial-Filteranlage im Keller darunter. "Bisher haben wir den Filter einmal die Woche rückgespült, das fällt jetzt aus. Denn wir bekommen einen neuen. Da passiert das automatisch", erklärt der Haustechniker. Dennoch werden er und ein Kollege auch wohl weiterhin einmal am Tag die Wasserqualität prüfen. Wenn die mal nicht stimmen sollte, wird Schäfers sofort aktiv. Da im Keller auch Chlor zugesetzt wird, ist besondere Vorsicht angeraten. "Hier gehen wir nur zu zweit rein."
Die beiden Haustechniker wissen genau, was sie tun. Wissen genau, was sie in den Kellerräumen anliegt.
Und Schäfers gibt auch zu, eine gewisse Zuneigung zu den Gerätschaften fern der Öffentlichkeit aufgebaut zu haben. "Wir haben hier überall schon mal repariert, wir kennen jede Schraube, haben alles schon mal überwacht." Sie kennen sich dort aus, wo der Betrieb des Krankenhauses gewährleistet wird.