INTERVIEW: Bernd Dumcke (SPD) tritt die Nachfolge von Bürgermeister Manz (CDU) an
Spenge. Im Oktober übernimmt Bernd Dumcke die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters im Spenger Rathaus. Der Sozialdemokrat setzte sich in der Wahl gegen Jan Christian Janßen (CDU) und Ralf Sieker (UWG) durch. NW-Redakteur Ekkehard Wind sprach mit dem Wahlsieger.
Herr Dumcke, wie fühlt man sich, wenn man sein großes Ziel erreicht hat?BERND DUMCKE: Es ist ein gutes Gefühl, keine Frage. Zunächst muss man das ein wenig sacken lassen. Ich möchte vor allem an meinem alten Arbeitsplatz eine gute, geordnete Übergabe machen. Das ist mir wichtig. Die Amtsübernahme in Spenge wird wohl am 20. Oktober sein. Bis dahin bin ich als Beamter bei der Stadt Bielefeld tätig. Die Übernahme des Bürgermeisteramtes in Spenge ist dann ein Weg ohne beruflichen Rückfahrschein nach Bielefeld.
Was haben ihre Arbeitskollegen zu ihrem Erfolg bei der Wahl gesagt?DUMCKE: Sie haben mir kräftig gratuliert. Sie wussten im Vorfeld, dass ich mich um das Amt bewerbe und haben in den letzten Wochen gespannt verfolgt, wie sich der Wahlkampf in Spenge entwickelt hat.
Wie bereiten Sie sich auf ihre neue Aufgabe vor?DUMCKE: Ich bin Verwaltungsprofi und viele Jahre politisch aktiv. Ich betrete also kein Neuland. Für mich ist es eine spannende Aufgabe. Ich wünsche mir, dass es gelingt, eine stabile Mehrheit hinzubekommen. Denn Themen und Aufgaben gibt es in unserer Stadt genug.
Was wollen Sie als Erstes angehen?DUMCKE: Als Erstes gilt es für mich, meine Ohren weit aufzumachen, viele Gespräche zu führen mit meinen Mitarbeitern - aber natürlich auch über das Rathaus hinaus. Das ist mir ganz wichtig. Ich werde mit Organisationen wie zum Beispiel der Kaufmannschaft, der VdS, Vereinen und Feuerwehr - einfach mit allen, denen eine positive Entwicklung unserer Stadt am Herzen liegt - sprechen.
Ist es nicht für einen Bürgermeister etwas frustrierend, wenn eine Stadt kein Geld hat, um wünschenswerte Dinge zu realisieren?DUMCKE: Es wäre natürlich nett, wenn das Geld vom Himmel fallen würde. Es ist die Aufgabe des Bürgermeisters, sich um die Finanzen zu kümmern, wenn eine Schieflage eingetreten ist. Jede Firma muss das auch machen. Wir werden in Spenge genau hinschauen müssen, wo etwas vielleicht kostengünstiger zu machen ist. Denn eines ist klar: Immer fröhlich Kassenkredite aufnehmen, das wird nicht funktionieren.
Rot-Grün hat im neuen Rat keine Mehrheit. Wie wollen Sie damit umgehen?DUMCKE: Gespräche miteinander werden die Fraktionen führen. Aber auch ich sehe es als meine Aufgabe an, mit allen politischen Kräften im Rat zu sprechen und zu schauen, ob man eine sachorientierte Einigkeit hinkriegen kann.
Halten Sie es für denkbar, die UWG zusammen mit Grünen und Sozialdemokraten in ein Boot zu holen?DUMCKE: Warum nicht, wir lagen ja nicht meilenweit in allen möglichen Fragen auseinander.
Welche Spenger Projekte liegen Ihnen in den nächsten Jahren am Herzen?DUMCKE: Zeitnah müssen wir abschließend entscheiden, wie die Finanzmittel aus dem Konjunkturpaket II verwendet werden sollen. Ob Großprojekte in den nächsten Jahren machbar sind, daran darf man Zweifel haben. Wir müssen ferner sehen, dass wir als Stadt Gewerbeflächen für ansiedlungswillige Unternehmen anbieten können. Die Stadt hat nur noch wenige Restflächen.
Und darüber hinaus?DUMCKE: Wir müssen aufpassen, dass wir in den kommenden Jahren nicht überproportional an Bevölkerung verlieren. Wünschenswert ist ferner, dass es mit der Sanierung des Herrenhauses weitergeht, damit man ein attraktives Kunst- und Kulturzentrum samt Museum dort entwickeln kann.
Worauf freuen Sie sich am meisten in Ihrem neuen Job?DUMCKE: Ich freue mich darauf, eine spannende Führungsaufgabe zu übernehmen. Und ich möchte positive Akzente für Spenge setzen.
Wird ihre Familie Sie künftig am Wochenende seltener sehen?DUMCKE: Es gehört dazu, dass man als Bürgermeister am Wochenende Termine wahrnimmt. Das ist der repräsentative Teil. Aber auch als Fraktionsvorsitzender habe ich viele Termine wahrgenommen. Es wird sicherlich intensiver werden, keine Frage. Aber das weiß meine Familie.