Viele Jugendliche wollen mit der neuen Linie fahren / Ticket-Regelung in der Kritik
Enger/Bielefeld. Mondscheinsüchtige , Nachtschwärmer und Partyeulen finden’s prima: Junge Engeraner haben sich grundsätzlich positiv zur neuen Nachtbuslinie (die NW berichtete) geäußert. Die N 22 soll ab Freitag, 2. Oktober, zwischen Bielefeld, Enger, Bünde und Herford fahren. Ein Umstand könnte aber für Probleme sorgen: Fahrgäste müssen in Bielefeld umsteigen und ein zweites Ticket kaufen.
"Die neue Linie find ich super", sagt Thilo Siewert (18) aus Hücker Aschen. "Da kann man nachts mal was trinken und muss nicht selber fahren oder sich von den Eltern abholen lassen." Er würde vor allem zu Konzerten in den Ringlokschuppen oder in das Forum in Bielefeld fahren. Auch bei Kira Berkenkamp aus Enger kommt der Nachtbus gut an. "Eine schöne Sache", sagt sie. Sie sei noch nicht volljährig und habe deswegen keinen Führerschein. Henrik Rocholl aus Westerenger sagt: "Ich finde es cool, dass der Bus jede Stunde fährt, das ist besser als beim Nachtbus von Spenge nach Herford."
Ein Detail sorgte bei den Jugendlichen für Kritik: Die N 22 fährt wie berichtet nur bis zur Haltestelle Oberlohmannshof in Bielefeld-Jöllenbeck. Fahrgäste müssen vor Mitternacht mit der Linie 155 zur Stadtbahn-Haltestelle Schildesche fahren und dort die Stadtbahn 1 nehmen. Nach Mitternacht können sie in die N 2 umsteigen und direkt bis zum Jahnplatz fahren. Wer von Bielefeld nach Enger fährt, muss ebenfalls umsteigen. Das Ticket für die N 22 gilt allerdings nicht für die Weiterfahrt in Bielefeld. Fahrgäste aus Enger müssen zusätzlich zu den 2,50 Euro für die N 22 2,10 Euro für ein Bielefelder Stadtticket beziehungsweise 2,40 Euro für den Bielefelder Nachtbus ausgeben. "Da muss man ja zwei Mal bezahlen", empört sich Siewert.
Berkenkamp meint, dass es sich abhängig vom Gesamtpreis eher lohnen könnte, mit anderen gemeinsam mit dem Auto zu fahren. Rocholl sagt: "Mich würde es davon abhalten, mit dem neuem Nachtbus zu fahren, weil es dann zu teuer wird." Ein Problem, dass auch die Minden Herforder Verkehrsgesellschaft mbH (MHV) sieht, die die BVO Busverkehr Ostwestfalen GmbH mit dem Betrieb der N 22 beauftragt hat: "Es werden in absehbarer Zeit Gespräche geführt, um das günstiger zu gestalten", sagt Nicole Moorby von der MHV.