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06.11.2009
ENGER
Die Schonzeit für Marder ist vorbei
Was zu tun ist, wenn sich die Tiere im Haus eingenistet haben / Speziell ausgebildete Jäger helfen
VON ANDREAS SUNDERMEIER

Letztes Gefängnis | FOTO: ANDREAS SUNDERMEIER

Enger. Es ist unerträglich. Jede Nacht trappelt es auf den alten Dielen des Dachbodens. Ein Tier faucht und kreischt. So laut, dass jeder Gedanke an Schlaf schnell zu Ende gedacht ist. Wenn dann auch noch die Zündkabel am Auto, das neben dem Haus steht, durchgebissen sind – dann ist klar: Ein Steinmarder ist ins Haus eingezogen.

Letzte Sicherheit bringt ein Test: Der Hausbesitzer legt ein rohes Hühnerei an einer trockenen Stelle auf dem Grundstück aus. Ist das nach einer Woche nicht mehr da, war ein Marder aktiv. Denn andere Tiere tragen das Ei nicht weg.

Was ist jetzt zu tun? "Vertreiben. Ein Radio volle Kanne aufdrehen kann funktionieren; muss es aber nicht", sagt Hegeringleiter Karlheinz Dammeyer. Die mindestens fünf Zentimeter messenden Marder-Zugänge zum Haus finden und sie – wenn der Marder nicht da ist – zumachen, kann auch helfen. Oder den Marder mit Mottenkugeln, WC-Steinen, Hunde- und Menschenhaaren oder Duftsäckchen verprellen. Klappt das alles nicht, bleibt die Jagd.

Das Tier selbst zu jagen, ist in Nordrhein-Westfalen verboten. Bleibt, einen der drei in diesem Fall spezialisierten Jäger in Enger zu fragen.

Denn ihnen ist es mit ihrer Ausnahmegenehmigung erlaubt, Marder zu jagen. Mit einer Lebendfalle. Die darf von den qualifizierten Jägern dann auch in einem sogenannten "befriedeten Bezirk", also im Garten oder auf der Hauseinfahrt, aufgestellt werden. Die Falle muss zudem so beschaffen sein, dass sich das Tier, wenn es gefangen ist, in einem abgedunkelten Raum befindet. Dadurch bleibt es ruhig.

Der Leiter des Hegerings, Karlheinz Dammeyer, erklärt das Prozedere: "Laut Bundesjagdgesetz erstreckt sich die Jagdausübung auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und auch Fangen von Wild."

Dazu zählt auch die Jagd von Mardern. "Natürlich nicht mit giftigen Ködern", sagt Hegeringleiter Dammeyer. "Aber eben mit zugelassenen Fallen." "Und geschossen wird im Garten natürlich auch nicht", erklärt Dammeyers Stellvertreter Hermann Gertner.

Zudem werden die Marder nur in der Zeit vom 16. Oktober bis zum 28. Februar gejagt. "In der restlichen Schonzeit", sagt Gertner, "hilft nur, das Tier zu vertreiben."

Derzeit ist die Jagd erlaubt. Gertner erklärt: "Eine Falle direkt am Haus aufzustellen bringt oft nichts. Der Steinmarder hält eine Art Burgfrieden. Das heißt, dass er in seinem direkten Umfeld nicht jagt oder frisst. Da muss man seine Fährte finden, ihn dort anfüttern und dann – vielleicht nach einer Woche – fangen." Als Köder eigne sich alles, was süß ist. Vom Obst bis zur Schokolade. Die Jäger verwenden gern eine Mischung aus Schokolade, Hundefutter und Rosinen.

Wenn der Marder in der Falle sitze, werde er " so getötet, dass es ihm keine Qualen bereitet", erläutert Hermann Gertner. "Denn ihn laufen zu lassen oder auszusetzen, beseitigt das Problem nicht. Es wird nur verlagert. Vielleicht zum Nachbarn."

Gertner: "Und natürlich wird dann auch das Fell verwertet." Darüber freut sich dann der jeweilige Jagdpächter. Der Hausbesitzer indes ist froh über seine Ruhe.

In Enger helfen in Sachen Marder:

- Dieter Hollmann, zuständig für die Jagdbezirke Belke-Steinbeck, Besenkamp und Herringhausen

- Werner Busemann, zuständig für Dreyen, Siele und Westerenger

- Hegeringleiter Karlheinz Dammeyer für Enger, Oldinghausen und Pödinghausen. Dammeyer ist tagsüber erreichbar unter Tel.: (0 52 24) 99 11 13 und leitet Nachfragen gerne weiter.


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