Engeranerin und Bielefelder Helfer schwer verletzt / Flüchtender stellt sich der Polizei
Enger. Einem Trümmerfeld glich die Fahrbahn, als die Hilfskräfte Mittwochabend die Unfallstelle am Minden-Weseler-Weg erreichten. Mittendrin lag ein stark beschädigter gelber Renault auf dem Dach. Die Rettungskräfte kümmerten sich sofort um zwei Schwerverletzte.
Die Spur von abgerissenen Autoteilen führte noch 150 Meter weiter bis zu einem Mercedes. Dessen Fahrer war zunächst geflüchtet. Die Polizei fahndete noch gestern nach ihm. Am Nachmittag stellte er sich nach NW-Informationen.
Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei war die 38-jährige Renault-Fahrerin aus Enger aus bislang ungeklärten Gründen gegen 22.30 Uhr auf dem Minden-Weseler-Weg von der Fahrbahn abgekommen und gegen eine parkenden Pkw geprallt. Sie konnte sich aus ihrem stark beschädigten Fahrzeug zunächst befreien.
Zeugen gesucht
Die Polizei bittet Personen, die Hinweise zum Unfallgeschehen machen können, sich mit der Kreispolizeibehörde in Herford, unter Tel. (0 5 2 21) 88 80, in Verbindung zu setzen.
Zu Hilfe kam der Frau ein 46-jähriger Autofahrer aus Bielefeld.
Im diesem Moment fuhr ein Mercedes-Fahrer aus Enger in die Unfallstelle und prallte gegen den Renault. Dabei wurden die 38-Jährige und der Bielefelder Ersthelfer schwer verletzt. Der Mercedes prallte anschließend noch gegen eine Mauer und landete auf dem Dach im Graben.
"Ich habe einen fürchterlichen Knall gehört", sagte eine Anwohnerin. "Als ich aus dem Fenster schaute, habe ich noch gesehen, wie ein Mann aus dem Mercedes kroch und weglief." Geflüchtet sei er über den Bustedter Weg. Eine Polizei-Fahndung blieb zunächst ergebnislos.
Gestern erhöhten Verkehrskommissariat und Unfallermittler den Fahndungsdruck. Am Nachmittag stellte sich der Mercedes-Fahrer der Herforder Polizei. Dabei handele es sich um den 27-jährigen Freund der schwerverletzten 38-Jährigen, hieß es aus Polizeikreisen. Der Engeraner habe eingeräumt, dass er das Unfallfahrzeug gefahren habe.
In der gemeinsamen Wohnung hätten sich er und seine Lebensgefährtin zuvor gestritten, habe der Mann berichtet. Daraufhin sei sie weggefahren, wenig später er ebenfalls. Der 27-Jährige habe eingeräumt, mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren zu sein. Er habe aber nach eigenen Angaben keine Erinnerung, gegen was er bei dem Unfall gefahren sei. "Im Schock" habe er sich von der Unfallstelle entfernt. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an.
Die 38-jährige Frau und der Ersthelfer aus Bielefeld, die schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden waren, seien bislang nicht ansprechbar, betonte gestern ein Polizeisprecher.