Wie aus einem Ein-Mann-Projekt die elfköpfige Dorfkapelle "crystal.pasture" entstand
Spenge-Bardüttingdorf. Nicht nur die Musik ist das verbindende Element bei der Dorfkapelle "crystal.pasture" aus Bardüttingdorf. "Ich hatte immer schon gute, familiäre Kontakte zum Posaunenchor", erzählt Gründer Henning Kreft. Er scharte Musiker, darunter seine zwei Brüder, um sich. "Und irgendwann kamen zwei Cousins und ein Onkel dazu." Mittlerweile hat die Dorfkapelle elf Mitglieder - und fühlt sich wie eine große Familie, die Musik für jedermann macht, und das sehr erfolgreich.
Das liegt nicht zuletzt an der Besetzung der Kapelle. Allesamt sind es erfahrene Musiker, die auch in anderen Ensembles oder Chören aktiv sind oder waren. Es gehören nicht nur Gitarristen und ein Schlagzeuger dazu, sondern auch fünf Bläser und eine Chellistin, die einzige Frau in der Kombo. Und ein Akkordeon, das Henning Kreft spielt.
Im Jahr 2006 begann "crystal.pasture" - zu deutsch: Kristallene Weiden - als Einmannprojekt. Und dieses Projekt wuchs nach und nach.
"Für ein Konzert im Falkendom in Bielefeld kamen die Bläser dazu ", erzählt Initiator Henning Kreft. "Seither spielen Ralf ,Wolle’ Wollbrink, Jakob Heining und Christoph Freese Posaune, Christoph ,Wischi’ Wischmeier und Matthias Freese spielen Trompete" , so Henning Kreft weiter. Seine Brüder Simon (Schlagzeug und Percussion) und Jonas (Gitarre) sind ebenfalls schon länger dabei. Falk Ebeler spielt auch E-Gitarre. "Schließlich brauchten wird noch einen Bassisten."
Den fand die Gruppe vor nicht allzu langer Zeit in Veit Osthof. Und schließlich bekam auch Yulika Ogawa-Müller aus Enger Spaß an der Musik der Dorfkapelle. "Wenn alle da sind, sind es elf Musiker", erzählt Henning Kreft. "Aber wir spielen in unterschiedlichen Besetzungen."
Für dieses Jahr hat "crystal.pasture" - längst auch Dorfkapelle genannt - bereits sieben Termine fest. So tritt die Gruppe bei der Freibadfete in Lenzinghausen auf, bei den Spenger Kulturtagen, bei der nächsten Veranstaltung von "Spenge kreativ" oder beim Rotingdorfer Brauerei-Fest in Werther.
Im Sommer wird die Dorfkapelle auch in Melle zu hören sein. "Ansonsten bestrafen uns die Niedersachsen etwas mit Missachtung", lachen die Musiker.
Die Stilrichtung der Kapelle lässt sich kaum festlegen, von allem ist etwas dabei. Die Gruppe tritt an, alte Musik europäischer Herkunft ein Stück weit wieder zu beleben, und sich von ihr für die eigenen Ideen beeinflussen zu lassen, spritzig und temporeich. "Jonas war mal in Tschechien und hat von dort ein Liederbuch mitgebracht", erzählt Henning Kreft. Und die tschechische Musik hat die Band inspiriert, so wurde die Dorfmusik geboren. "Wir machen eine Mischung, die es sonst nicht gibt."
Wegen der Bläser scheint den Dorfmusikern eines vorgegeben: "Wir würzen unsere Musik mit einer guten Kelle Polka und einem Pfund europäischen Traditionals, einer Handvoll Indie-Folk und noch etwas Spaghettiwestern á la Morricone", lacht Henning Kreft, der Koch ist, selbst viele Lieder schreibt und textet.
"Zu Schlagzeug, Bass und E-Gitarre gesellen sich Akkordeon, Orgel, Cello und ein halber Posaunenchor, um ihren vertonten Entwurf von dörflicher Idylle ausleben zu lassen", schwärmt er. Auf der Bühne entsteht, angereichert mit mehrsprachigem Gesang (darunter tschechisch, slowakisch, englisch und deutsch), eine kleine Dorfmusik für jedermann, mit ganz viel Charme und Melodie.
Anfangs hat die Gruppe viele Titel gecovert, heute werden die Lieder selbst geschrieben. "Wir haben Bock dazu und alle stehen dahinter", so Henning Kreft.
Eine erste CD hat "crystal.pasture" schon aufgenommen, im nächsten Jahr soll eine zweite dazukommen. Die soll im Probenraum auf dem Kornboden in Bardüttingdorf, wo mittlerweile ein Tonstudio eingerichtet wurde, aufgenommen werden.