Küchenkonzern kündigt die Schaffung von 200 neuen Arbeitsplätzen bei Wellmann bis 2013 an
Enger. Die Alno AG verlagert die Serienfertigung für ihre Kernmarke Alno nach Ostwestfalen. In Enger sollen in den nächsten drei Jahren deshalb 200 neue Arbeitsplätze entstehen; dort wären dann wieder 760 Leute beschäftigt. Zugleich baut Alno bis 2014 am bisherigen Stammsitz Pfullendorf (Baden-Württemberg) 450 Arbeitsplätze ab. Die Alno-Standorte Brilon und Klieken bleiben von der Verlagerung weitgehend unberührt.
So steht es in einer mit Spannung erwarteten Pressemitteilung, die gestern unter der Überschrift "Alno 2013" veröffentlicht wurde. Darin wird auch die Konzentration aller Verwaltungsbereiche (Kundenservice, Rechnungswesen, Controlling, IT, Personal und Auftragserfassung) angekündigt. Allerdings lässt das börsennotierte Unternehmen offen, wo der neue Verwaltungsstandort sein soll.
In Enger rechnet man sich gute Chancen auch dafür aus. Alno-Sprecherin Andrea Wolf bestätigte auf Anfrage, dass in Enger Investitionen in erheblichem Umfang vorgesehen seien. Über die Größenordnung gebe es jedoch noch keine Angaben.
Der Maschinenpark von Wellmann ist zwar in den letzten Jahren punktuell ergänzt worden; gerade in diesen Tagen werden neue von der IMA gelieferte Anlagenteile aufgestellt (die NW berichtete). Im Vergleich zu einigen Wettbewerbern gilt der jedoch als erneuerungswürdig.
Zur Umstrukturierung innerhalb des Alno-Konzerns gehören die neuerliche Straffung und Neuausrichtung des Sortiments und einheitliche Produktionsstandards. "Im Mittelpunkt der gesamtheitlichen Strukturveränderungen stehen die Einführung von effizienten Verwaltungsprozessen und Fertigungsstrukturen im gesamten Konzern", schreibt das Unternehmen. "Mit einer Neuausrichtung der Marken- und Vertriebsstrategie soll darüber hinaus auch international die Schlagkraft aller Konzernmarken, gestärkt werden".
Im Inland will man mehr Küchen über den Fachhandel verkaufen. Im Ausland plant man eine Ausweitung vor allem des Exportgeschäfts.
Als Ziel gibt der Vorstandsvorsitzende Jörg Deisel für den Konzern eine Gewinnmarge vor Steuern von fünf Prozent ab 2013 aus. Zuletzt hatte Alno hohe Verluste produziert.
"Der Aufsichtsrat einschließlich der Arbeitnehmervertreter steht voll hinter dem Konzept. Die Finanzierung wird bereits durch die Hauptgesellschafter massiv unterstützt". Deisel spricht von einem vor Alno liegenden "mühevollen Weg", sieht jedoch bereits erste positive Zeichen. Im letzten Jahr habe sich der Auftragseingang entgegen dem Branchentrend (minus 3,3 Prozent bis Oktober) um 1,2 Prozent verbessert.
Alno beschäftigt derzeit in Pfullendorf noch 714 Mitarbeiter. In Enger sind es 559, in Brilon 256 und in Klieken (Sachsen-Anhalt) 199. Außerdem gibt es ein Montagewerk in Dubai. Das Unternehmen ist in 64 Ländern aktiv, erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008 mit rund 1.900 Mitarbeitern nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 511 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von rund 19 Millionen.