Mit schwerem Gerät fällt Spezialunternehmen 150 Jahre alten Baum auf dem Vorplatz
Enger. "Wir ziehen Hölzchen", sagt Heiko Bösemann. Gestern hatte er Pech. Da durfte er nicht ins 25 Meter hohe Holz. Gestern war sein Kollege Torben Hasenberg dran. Und so kletterte der munter in die Krone der gut 150 Jahre alten Linde. Der dritte Baum südöstlich der Engeraner Stiftskirche war krank. So krank, dass er gestern gefällt wurde.
"Manchmal ist es besser, zwei neue Bäume zu pflanzen, als einen kranken stehen zu lassen", sagt Bösemann. Und mit seiner Routine weiß der professionelle Tree-Climber, der Seil-Kletter-Techniker aus St. Annen, wovon er spricht. Seit Jahren ist er als Baumpfleger tätig.
Gestern arbeitete er wieder einmal mit Udo Rottmann, Garten- und Landschaftsgestalter aus Spenge, zusammen. Beide waren sich einig: "Die Linde muss weg."
Rottmann: "Der Baum ist von Pilzen befallen. Er war nicht mehr zu retten. Und da das nächste Gebäude drei Meter entfernt ist, war es zu gefährlich, ihn stehen zu lassen. Dann haben wir mit Stadt und Kreis gesprochen und da die Sicherheit auch nach deren Meinung nicht mehr gewährleistet war, mussten wir ihn fällen." Und dann ergänzt er noch: "Irgendwie tut mir das sehr Leid."
Da die Linde nun aber zu nah am Gebäude stand, war es nicht damit getan, sie einfach umzulegen. Da musste Spezialgerät ran. Ein 50-Tonnen-Kran der Firma KVN aus Osnabrück unterstützte das Vorhaben. Der kann bis zu acht Tonnen in 40 Metern Höhe heben. Dazu muss er aber sehr fest stehen. "Heute sind die Bedingungen optimal," sagt Bösemann gestern. "Heute stützt sich der Kran auf naturbelassenem Beton", erkannte er. "Auf gefrorenem Boden."
Also war die Gefahr, dass das orangene Monstrum vor der Kirche einsackte, gebannt.
Vielmehr hievte es ganz zuverlässig die von Torben Hasenberg abgesägten Baumteile an der Stiftskirche vorbei auf die Rasenfläche. Insgesamt bewegte der Kran um die zehn Tonnen Holz. Jeweils in Portionen zu gut eineinhalb Tonnen. Dort zerlegte sie der dritte im Bunde der Baumkletterer, Florian Sudhölter. Als der damit fertig war, maßen die Äste eine transportable Größe. Waren aber immer noch ein wenig zu groß, um damit beim nächsten Mal Hölzchen zu ziehen . . .