Altes Kinderspielzeug begeistert die Teilnehmer des Nachmittagskreises Oldinghausen/Pödinghausen
Enger. Manchmal ist auch Nudeln kochen eine Kunst. Zum Beispiel, wenn man dafür nur einen Topf von der Größe einer Teetasse hat. Und einen Herd, der nur drei Handbreit groß ist. "Da haben meine Kinder früher immer drauf gekocht", sagt die 84-jährige Marianne Hommel.
Der Ofen ist ein Spielzeugherd aus den 50er Jahren. Das Besondere an ihm: Er funktioniert wie ein normaler Herd. Man kann ihn an die Steckdose anschließen und kleine Gerichte darauf zubereiten. "Und in dem Ofen haben meine Kinder sogar Kuchen gebacken", sagt die 84-Jährige.
Altes Kinderspielzeug wie das von Marianne Hommel konnten die Gäste jetzt beim Nachmittagskreis der evangelischen Kirchengemeinde Oldinghausen/Pödinghausen bewundern.
Sabine Timm zum Beispiel hatte tief in der Erinnerungskiste gegraben und eine alte Spielzeugstube mitgebracht. Und zwei besondere Puppen: "Schauen Sie mal hier", sagt die Engeranerin, "da sind die Haare noch aufgemalt."
Auch Helga Hodde hatte in ihrer Kindheit eine Puppe, die ihr besonders lieb und teuer war. "Die hatte eine Perücke aus Naturhaar", sagt sie: "Die habe ich gehegt und gepflegt." Heute ist sie im Besitz ihrer Enkelin.
Auch Marianne Hommel hat in ihrer Kindheit am liebsten mit Puppen gespielt. "Und mit meinem Kaufladen." Die kleinen Verpackungen seien ihr sogar neulich wieder in die Hände gefallen.
Ob Puppe, Kaufladen oder Brummkreisel - viele Teilnehmer des Nachmittagskreises fühlten sich beim Anblick des alten Spielzeugs in ihre Kindheit versetzt. Und um der Erinnerung noch etwas mehr auf die Sprünge zu helfen, hielt Andreas Winter vom Diakonischen Werk in Herford einen Vortrag über altes Spielzeug. Er berichtete von den Hütchenspielen der 50er Jahre, Dampfmaschinen und Metallbaukästen für kleine Nachwuchshandwerker. "Kinder haben sich im Spiel auch immer mit dem auseinandergesetzt, was ihre jeweilige Zeit ausmachte", sagte Winter.
Vor einigen Jahrzehnten habe bei Jungen das Erlernen handwerklicher Fähigkeiten im Vordergrund gestanden. Darum seien Metallbaukästen zu jener Zeit beliebte Geschenke gewesen. Heute allerdings lebe man im Computerzeitalter. Und das spiegele sich auch im Spielzeug wider, meinte Winter: Brummkreisel und Kaufladen würden immer häufiger von der Spielekonsole abgelöst.