Enger erinnert an ermordete jüdische Bürger /Künstler Gunter Demnig ist nächste Woche zu Gast
Enger. Am nächsten Freitag legt Gunter Demnig vor dem Haus Kirchplatz 8 den ersten Stolperstein. Er erinnert mit diesem und sieben weiteren Steinen an den Mord an Engeraner Juden durch die Nationalsozialisten. Gestern präsentierten zehn Schüler und ihre Lehrer des Widukind-Gymnasiums ihre Gedanken zu dem Thema. Denn: Seit 2007 betreuen sie das Projekt aktiv.
Seitdem steht das Widukindgymnasium mit dem Kölner Künstler, der bundesweit die Stolpersteine verlegt, in Kontakt. Die jeweiligen Schüler des Geschichts-Leistungskurses und ihre Lehrer Dr. Ulrich Henselmeyer und Christian Macke haben die Namen der ermordeten Juden und ihre Daten recherchiert. In Zusammenarbeit mit Gunter Demnig formulierten sie die Texte auf den aus Bronze gegossenen Stolpersteinen.
Darauf stehen die Namen und Geburtsjahrgänge der Menschen, darauf stehen auch die Daten der Deportation und der Ort der Ermordung.
Wenn die Steine am Freitag Morgen verlegt sind folgt am Freitag Abend ein Empfang im Widukind-Museum. Und auch hier zeichnet der Geschichtskurs für das Programm verantwortlich. Neben Einführung und musikalischer Begleitung durch Franziska und Annemarie Hodde haben sich die Schüler vorgenommen, den Ermordeten ein Gesicht zu gegen. Sowohl in optischer als auch in literarischer Hinsicht. Wenn vorhanden, zeigen sie das Bild der Menschen. Und zudem berichten sie von ihrem Tun und Leben in Enger und von ihrer Deportation.
Im Anschluss hält Gunter Demnig einen Vortrag. Das Museum ist für diese Veranstaltung prädestiniert. Gab es doch bereits vor gut 20 Jahren eine Ausstellung über die jüdische Gemeinde in Enger. Leiterin Regine Krull: "Auch damals waren Schüler daran beteiligt."
Besonderen Dank sagte Kerstin Ebert von der Stadt Enger den Schüler und Lehrern der Schule. "Die inhaltliche Arbeit lag bei den Schülern. Wir haben nur unterstützt." Und auch die Finanzierung der Aktion sei gesichert. "Jeder Stein kostet 95 Euro. Vier Spender haben wir bereits. Und ich bin sicher, dass wir auch für die anderen Steine welche finden."