Anwohner der Turner- und Jahnstraße ärgern sich über Informationspolitik der Stadt
Spenge/Lenzinghausen. Die Anwohner der Turner- und Jahnstraße sind verärgert. Sieben Kontrollschächte sollen in ihrer Straße im Zuge von Bauarbeiten gesetzt werden. "Es obliegt natürlich jedem Grundstückseigentümer diese Arbeiten auch in Eigenregie durchzuführen", so heißt es dazu in einem Schreiben des Wirtschaftsbetriebs Spenge. Doch Preise und genaue Lage werden nicht genannt. Nur ein Betrag in Höhe von 4.000 Euro pro Schacht wird in den Raum geworfen.
"Wir fühlen uns sehr schlecht informiert", beklagt Ralf-Thilo Bohrer aus der Turnerstraße. Zuerst schicke ihnen der Wirtschaftsbetrieb Spenge lediglich einen allgemeinen Flyer, der die bevorstehenden Kanal- und Straßenbauarbeiten im Kreuzungsbereich Turner- und Jahnstraße ankündige. Dann würden die Anwohner nur kurz darauf hingewiesen, dass bei manchen Grundstücken ein Hausanschlussschacht fehle und dieser während der Bauarbeiten gesetzt werden könne. Für weitere Informationen müssten sich die Anwohner an den Wirtschaftsbetrieb selbst wenden.
Marion Weßler setzte sich in Verbindung und bekam am Dienstag Besuch von Jens Nickolaus vom Hoch- und Tiefbauamt und Bauingenieur Martin Wollbrink. "Es war alles sehr kurzfristig, ich hatte ja erst vier Tage vorher erfahren, dass ich so einen Kontrollschacht brauche", sagt Weßler. Was da genau auf sie zukommt, wusste sie nicht. "Wo der Kontrollschacht hin muss, sagten sie mir nicht, sie nannten nur eine Summe von 4.000 Euro", ärgert sich Weßler.
Der Betrag für die Schachtsetzung machte in der Nachbarschaft die Runde und führte zu Entsetzen. "Da kriegt man das P in den Augen", meint Marc Eggersmann, der ebenfalls an der Turnerstraße wohnt. "Mal eben 4.000 Euro für einen Kontrollschacht zur Seite zu legen, ist der Hammer". Seine Frau Nina ärgert besonders die späte Information. "Wir haben diesen kurzen Informationsflyer erst am Montag im Briefkasten gehabt und mussten uns vorher von Nachbarn den Zettel kopieren", schimpft sie.
Einen solchen Schacht in Eigenregie zu bauen, gestalte sich schwierig. Die Anwohner hätten ja weder die Informationen über die genaue Lage, noch Bestandsunterlagen über die Kanalleitungen in ihrer Straße.
Am Donnerstag erfuhr Jens Nickolaus vom Hoch- und Tiefbauamt von der großen Unzufriedenheit in der Turner- und Jahnstraße. Kurzfristig schaute er vor Ort vorbei und hatte auch gleich die Bestandspläne für den ersten Abschnitt der beiden Straßen dabei, unter anderem für das Grundstück von Marion Weßler.
Die Kosten in Höhe von 4.000 Euro seien offenbar falsch verstanden worden, beschwichtigte Nickolaus die Anwohner. "Jetzt sollen wir nur so um die 2.100 Euro zahlen, aber eine genaue Zusage hat er uns noch nicht gemacht", stellt Nina Eggersmann fest. Zufrieden sind die Anwohner dennoch nicht. "Auch wenn es jetzt nur noch die Hälfte kosten soll, finde ich, es immer noch viel zu teuer", sagt Marc Eggersmann. "Da ist es in Eigenregie viel günstiger". Dafür fehlen aber der Familie noch die nötigen Unterlagen.
"Für den oberen Teil der Turnerstraße haben wir keine Bestandsunterlagen, der Kanal ist ja auch schon 50 Jahre alt", bedauert allerdings Jens Nickolaus. "Da müssen wir erst Messungen machen und im Vorfeld den Kanal mit einer Kamera abfahren". Er versicherte den erbosten Anliegern aber, dass er sich darum kümmern werde und die Anlieger künftig besser informiert würden.
"Die Bauarbeiten im oberen Teil der Turnerstraße fangen wahrscheinlich ja erst im September an", beschwichtigte er die Anwohner.
Wer also gern in Eigenregie seinen Kontrollschacht setzen möchte, muss sich noch ein wenig gedulden. Der Wirtschaftsbetrieb der Stadt Spenge steckt immer noch in den Vorbereitungen.