Enger. Ralf Fistelmann ist recht sicher: "Meines Wissens sind wir die einzigen, die so etwas machen." Marc Kisker gibt die Ziele vor: "In 5 Jahren wollen wir hier 50 Leute beschäftigen. Wilhelm Freese ist begeistert von der Transparenz, die die beiden Geschäftsführer vor Lycka demonstrieren. Und: Der Wirtschaftsförderer der Stadt Enger ist begeistert von der Transparenz der Produkte, mit denen die beiden neuen Engeraner Unternehmer von der Industriestraße aus den Markt erobern wollen.
Fistelmann und Kisker drucken Bilder. Auf Aluminium. Auf Glas und auf Acryl. Maximale Größe: 2,50 mal 1,25 Meter. Einzigartig ist das Verfahren. Bei ihnen werden die Bilder direkt auf den Träger gedruckt. Und nicht erst auf eine Folie. "Folien werden nach ein paar Jahren milchig", erklärt Kisker. Die lösungsfreien UV-Lacke bei Lycka nicht. Die leuchten. Und begünstigen dadurch einen 3-D-Effekt, wenn die Werke in wenigen Zentimetern Abstand an einer Wand angebracht sind.
Wilhelm Freese erfuhr gestern beim offiziellen Besuch des neuen Unternehmens, dass auch er selbst transparente Fotos machen lassen könne. Lycka hat sich mit einem großen Unternehmen mit Foto-Fachgeschäften zusammen getan. Dort kann jedermann seine digitalen Fotos auf Lycka-Art drucken lassen.
Ein großer Markt lockt.Nicht nur Werbetechnik, oder Großkunden, die heimische Küchenindustrie oder Lampenhersteller lassen dort ihre Produkte personalisieren und bedrucken. Auch der Privatkunde kommt in den Genuss einer vollkommen neuen Foto-Präsentation.
Glückliche Idee
Die beiden Unternehmer haben beide ihre Erfahrungen mit der Druck-Industrie gemacht. Die beiden Männer, Mitte 40, hatten ihre Produkt-Idee und setzten sie mit der Gründung von Lycka (dem schwedischen Begriff für Glück, Erfolg) im Dezember 2009 um. In der von Ehlebracht gemieteten Produktionshalle steht jetzt eine teure Druckmaschine. Fistelmann: "Die kostet so im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich."
Nicht nur als Bilder in den Wohnräumen, sondern auch als Garderobe oder Raumteiler finden die Drucke ihren Platz. "Wir gehen bis zu einer Auflösung von maximal 1.440 dpi", sagt Ralf Fistelmann und ist mit der Qualität zufrieden. "Für ganz große Flächen braucht es da schon eine sehr gute Kamera", erklärt er schmunzelnd, dass ein Künstler ein 25 Meter mal 90-Zentimeter-Bild – eine Ansicht Kölns – hat drucken lassen. Überhaupt käme den Fotografen die Umsetzung der eigenen Bild-Kompetenz auf einem brillanten Träger zu Gute und damit perfekt zur Geltung.
Davon sollen sich demnächst alle Amateur-Fotografen in ganz Europa überzeugen. Das Produkt der Engeraner wird dann in 2.300 Foto-Fachgeschäften angeboten. "Im Internet bieten wir unser Produkt bewusst nicht an", sagt Mark Kisker. Warum? "Sehen Sie hin, diese Bilder muss man erleben. Und anfassen können. Das geht am Bildschirm nicht."
Derzeit sind die Gesellschafter der Lycka GmbH auf Präsentations-Tour: Heute steht eine Messe an, später geht es zu Ausstellungen nach Nürnberg, Stuttgart, Düsseldorf und Hannover. Stimmt die Nachfrage, werden die beiden die bisher sechsköpfige Belegschaft wohl erweitern. Etwas, das der Wirtschaftsförderer begrüßt.Nicht nur wegen des dann zusätzlichen transparenten Steueraufkommens.